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Zeithain Sonntag, 17.02.2013

Gedenkstätte erhält Auszeichnung von Putin

Die russische Botschaft würdigt die Erhaltung der Kriegsgräber in Zeithain und damit die Arbeit der Historiker im Ehrenhain.

Von Nicole Czerwinka

Jens Nagel und die Gedenkstätte werden ausgezeichnet. Foto: Alexander Schröter
Jens Nagel und die Gedenkstätte werden ausgezeichnet. Foto: Alexander Schröter

Das Gedenken an die im Lager Zeithain verstorbenen Kriegsgefangenen ist ihr täglich Brot. Gedenkstättenleiter Jens Nagel und seine Mitarbeiter in der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain sind nicht nur für die Pflege und Bewahrung der Kriegsgräber im ehemaligen Kriegsgefangenenlager verantwortlich.

Dieses Engagement der Mitarbeiter in der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain soll am 23. Februar von der Russischen Botschaft mit einer Auszeichnung belohnt werden. Just am „Tag des Vaterlandsverteidigers“, der inzwischen in Russland wie eine Art Vatertag gefeiert wird, wird der russische Botschafter Wladimir Grinin der Gedenkstätte diese Auszeichnung überreichen. Sie ist auch ein Dankeschön für die Erhaltung der Kriegsgräber in Zeithain sowie für die Bewahrung der Erinnerungen an die sowjetischen Kriegsgefangenen. „Natürlich sind wir stolz, dass wir eine solche Auszeichnung erhalten“, sagte Jens Nagel, der Leiter der Gedenkstätte Ehrenhain-Zeithain der SZ. Etwa 25 000 bis 30 000 sowjetische Kriegsgefangene sind im Zeithainer Lager ums Leben gekommen. Noch heute bekommen die hier auf Personalkarten und andere Dokumente gebannten Erinnerungen an die Gefangenen plötzlich ein lebendiges Gesicht. Immer dann nämlich, wenn wieder einmal Enkel oder Urenkel früherer Kriegsgefangener auftauchen, um ihren Angehörigen zu gedenken.

Oft kommen diese Menschen ohne Anmeldung, nach langer beschwerlicher Reise nach Zeithain. Die Mitarbeiter der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain nehmen sich für jeden einzelnen von ihnen Zeit, um ihn über die Kriegsgräberstätte zu führen, nach den letzten Spuren der Angehörigen zu suchen, ihnen – oft in gebrochenem Russisch, manchmal mit Händen und Füßen – vom Leben im Lager zu berichten.

Als nächstes Projekt sollen dieses Jahr Stehlen mit den Namen der Opfer in der Gedenkstätte aufgestellt werden. Auch dafür haben sich Jens Nagel und seine Mitstreiter lange eingesetzt. Zusammen mit der Gedenkstätte wird auch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten von der russischen Botschaft ausgezeichnet, die diese wichtige Arbeit erst möglich macht.