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Freitag, 01.09.2017

Ganz allein mit der eigenen Schuld

In drei Monologen beichten „ganz normale“ Menschen ihre Morde.

Von Christian Ruf

Szene mit Felix Defèr und Jennifer Krannich. | Foto: Detlef Ulbrich / PR
Szene mit Felix Defèr und Jennifer Krannich. | Foto: Detlef Ulbrich / PR

In den drei Bühnenmonologen „Bash. Stücke der letzten Tage“ spielt der amerikanische Dramatiker und Filmemacher Neil LaBute mit unseren Erwartungen und Moralvorstellungen – und mit unseren verborgenen Leidenschaften.

Moralinfreie Nüchternheit des Autors Neil LaBute

Die Handlung der drei Stücke ist äußerst simpel. Ganz normale Menschen beichten ihre Morde. In „Iphigenie in Orem“ berichtet ein junger Vater dreier Kinder, wie er vor einigen Jahren seine fünf Monate alte Tochter unter der Bettdecke ersticken ließ, weil er sich von dem dadurch ausgelösten Mitleid berufliche Vorteile erhoffte (und sie schließlich auch erlangte). „Eine Meute von Heiligen“ erzählt vom lustvoll-übermütigen Totschlag eines Homosexuellen im New Yorker Central Park, der das Pech hatte, drei angetrunkenen College-Studenten über den Weg zu laufen. Und schließlich erzählt eine noch junge, aber früh gealterte Frau von der Liebe zu ihrem Lehrer und wie sie sich an ihm rächte. Es ist nicht zuletzt das Zufällige, dass das Schockierende dieser Monologe ausmacht. Zum anderen ist es die moralinfreie Nüchternheit, mit der LaBute seine Figuren mit ihrer Schuld alleinlässt. Ja, er lässt sie sogar in zwei Fällen straflos davonkommen. Wenn nicht der Umstand, dass sie mit ihrer Tat leben müssen, Strafe genug ist.

Service:

Was: „Bash – Stück der letzten Tage“

Wann: 9., 10.9. & 19. & 20.10., jeweils 20 Uhr

Wo: Societaetstheater, DD

Tickets: 16 Euro (ermäßigt 12 Euro)

Hotline: 0351 8036810

Internet: www.societaetstheater.de

Verlosung:

Wir vergeben einmal zwei Freikarten für die Vorstellung am 10.9., 20 Uhr – über verlosung@augusto-magazin.de, mit Angabe von Name & Stichwort. Die Gewinner werden am Freitag ab 12 Uhr per E-Mail benachrichtigt.