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Mittwoch, 16.03.2016

Fußgängerverband will kein Narrenhäusel

Der historische Wiederaufbau würde eine Engstelle auf der Augustusbrücke schaffen und Haltestellen-Pläne behindern.

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So könnte das Narrenhäusel einmal aussehen.
So könnte das Narrenhäusel einmal aussehen.

© Visualisierung: GHND e.V./Arte4D

  • So könnte das Narrenhäusel einmal aussehen.
    So könnte das Narrenhäusel einmal aussehen.
  • Das Narrenhäusel um 1935.
    Das Narrenhäusel um 1935.

Die Neustädter Seite der Augustusbrücke ist momentan kein gutes Pflaster für Fußgänger. Nachdem feststeht, dass der Tunnel zugeschüttet wird, droht ihnen neues Ungemach. So zumindest empfindet die Ortsgruppe des Fachverbandes Fußverkehr die Narrenhäusel-Pläne, über die der Stadtrat am Donnerstag befinden soll. Es werde nicht nur über den historischen Wiederaufbau entschieden, sondern auch über die Situation der Fußgänger und Fahrgäste des öffentlichen Verkehrs, erklärt Sprecher Frank Kutzner. „Das Narrenhäusel wird Teile des östlichen Gehweges der Augustusbrücke beanspruchen, damit eine Engstelle sowie einen beim geplanten, barrierefreien Ausbau der dortigen Haltestellen hinderlichen Zwangspunkt schaffen.“

Der Stadtrat hatte im Februar beschlossen, die Haltestelle „Neustädter Markt“ auf die Brückenrampe zu erweitern. Setzt man den alten Standort des Narrenhäusels voraus, würde das Gebäude den derzeitigen Gehweg blockieren und die neue, stadtauswärtige Haltestelle zumindest tangieren.

Allerdings soll auch die Fahrbahn nach der Augustusbrücken-Sanierung weniger breit ausfallen, und das deutlich, wodurch die Fußgänger mehr Platz gewinnen. „Trotzdem wäre der Gehweg an dieser Stelle sehr viel schmaler als im restlichen Bereich“, sagt Kutzner. Er geht davon aus, dass der Abstand zwischen Narrenhäusel und Fahrzeugverkehr weniger als zwei Meter betragen würde.

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Deshalb kritisiert der Fußverkehr-Verband die Wiederaufbau-Pläne. „Die Verlegung der Haltestelle in die Köpckestraße hätte weitreichende Konsequenzen für die anvisierte Umgestaltung des Straßenzuges Große Meißner Straße/Köpckestraße.“ Eine Verschiebung in die Brückenmitte hält Kutzner ebenfalls für wenig sinnvoll. Das würde die Wege für die Ein-, Um- und Aussteiger verlängern und zudem einen Eingriff in das laufende Planfeststellungsverfahren zur Brückenreparatur bedeuten.

Der Verband mischt sich so sehr in die Pläne ein, weil er der Augustusbrücke als Teil der Achse vom Hauptbahnhof bis zum Albertplatz eine besondere Bedeutung für Passanten zumisst. Als Flanierzone wäre sie nicht nur für Touristen ein herausragendes Ziel. Das Narrenhäusel passe aus diesen Gründen nicht in das städtische Konzept, die Augustusbrücke für Fußgänger attraktiver zu machen. (SZ/lk)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 34 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Dresdner

    Dann wird das Narrenhaus eben 2-5 Meter weiter weg gebaut, ist ja eh ein Neubau und Platz ist auch - oder?

  2. DocFußlatscher

    ich denke, der Autoverkehr kommt von der Brücke runter...? Dann ist doch mehr als genug Platz für Fußgänger. Irgendwie hab ich den Eindruck, hier will sich wieder ein Verband wichtig machen. Ich glaube, die haben anderswo mehr zu tun. Und wie ist denn die Haltung dieses Verbandes zum Schleifen des Fußgängertunnels? Der sollte doch eigentlich ein Traum für den Fußgängerverband sein.... Ja und dann gibts immer noch die Variante 1, die Dresdner anspricht. Da es ein Wiederaufbau ist, sind die Denkmalsschutzforderungen lange nicht so hart und ein Versatz liegt im Ermessensspielraum.

  3. CR

    Warum nicht die Überschrift "Neues aus der Provinz"? Es ist einfach nur peinlich, wer immer bei egal welchem Vorhaben in dieser Stadt irgendwo aus dem Loch kommt und meint, etwas zu sagen zu haben. Der "Fußverkehr-Verband"? Hoffentlich kommt nicht noch der Verband der Hundeführer, weil die Gehwegplatten dem Ballen der Hunde ungesund sind, der Verband der Ornithologen weil die Krähen vom Licht aus dem Narrenhäusel geblendet werden oder gar der Verband der tschechischen Bootsführer weil die Kapitäne durch den Neubau des Narrenhäusel künftig die "Anlegestellen" Augustusbrücke und Albertbrücke verwechseln könnten...unfassbar

  4. schlussmitlustig

    @1 Wenn das alles so beliebig ist, wozu dann diese Rekonstruktion? @Sz/lk: von Wiederaufbau-Plänen würde ich nur schreiben, wenn noch was zum wieder Aufbauen da ist, so wie bei der Ruine der Frauenkirche. Im Fall des Narrenhäusels kann man wohl eher von einem historisierenden Neubau sprechen. Man muss die Legendenbildungen in Dresden ja nicht unnötig forcieren. Aber immerhin finde ich gut, dass eine Interessengruppe weitere Aspekte in die Diskussion einbringt, bevor peinliche Entscheidungen getroffen werden.

  5. hofnarr

    Hier sind echt die Narren los. Hier fühle ich mich sauwohl.

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