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Dienstag, 05.12.2017

Fürs bessere Hören

Von Görlitz aus machte sich Tobias Moser auf den Weg, die Medizinwelt zu revolutionieren. Dafür wird er jetzt geehrt.

Von Sebastian Beutler

Tobias Moser (li.) mit Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler
Tobias Moser (li.) mit Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler

© Sven Brauers

Der aus Görlitz stammende Neurowissenschaftler Tobias Moser ist jetzt mit dem Niedersächsischen Wissenschaftspreis ausgezeichnet worden. Es ist bereits die zweite große Ehrung in diesem Jahr für den 49-Jährigen, nachdem er im Mai den renommierten Jung-Preis für Medizin in Hamburg erhalten hatte. Die Jurys beider Preise würdigten damit Mosers Forschungen, die entscheidend zum Verständnis der grundlegenden Mechanismen des Hörens und der Schwerhörigkeit beigetragen haben.

Tobias Moser freut sich über den Preis. „Er ist eine wichtige Anerkennung meiner Arbeit für den Göttinger Campus und bedeutet mir als Landespreis viel“, erklärt er gegenüber der Sächsischen Zeitung. Moser hatte sich 2014 gegen andere Optionen und für eine weitere Arbeit in Niedersachsen entschieden. Seitdem hat er in Göttingen ein enges Netzwerk aus Forschung und Lehre aufgebaut, an der die Universität Göttingen, die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Fraunhofer Gesellschaft und die Helmholtz-Gemeinschaft beteiligt sind – allesamt gehören sie zu den Organisationen, die Spitzenforschung in Deutschland fördern.

Moser aber bleibt nicht beim besseren Verstehen des Hörvorganges stehen, sondern versucht, mit Hilfe seines Wissenschafts-Netzwerkes das bestehende Cochlea Implantat – eine Hörprothese für Gehörlose, deren Hörnerv aber noch funktioniert – mit Hilfe von Licht weiter zu entwickeln. Licht hat den Vorteil, Nervenzellen im Innenohr genauer zu stimulieren und damit die Klangqualität zu verbessern. Hat er Erfolg, dann würde das für Hunderttausende Menschen eine große Verbesserung ihrer Lebensqualität bedeuten. In diesem Jahr gelang es, mit Forschern der Max-Planck-Gesellschaft einen „superschnellen“ roten Lichtschalter zu entwickeln, der die Informationen fast so schnell überträgt wie normalerweise der Schall.