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Mittwoch, 29.11.2006

,Führer‘-Fan mit Waffe unterwegs: Landtags-NPD fürchtet Racheakte

Von Stefan Locke

DRESDEN - Die NPD-Restfraktion im Landtag fürchtet Angriffe ihres Ex-Mitglieds Klaus-Jürgen Menzel (66). Die Abgeordneten wollen nun, dass „Kanonen-Klaus“ schnellstens seinen Waffenschein verliert.

Nicht erst seit Menzel zur letzten Plenarsitzung mit zwei Patronenhülsen („Damit habe ich einen Bären erlegt!“) im Landtag herumfuchtelte, geht seinen Ex-Kollegen mächtig die Muffe. „Man weiß ja nie, was er noch veranstalten wird“, sagt NPD-Fraktionssprecher Holger Szymanski. Zwar habe man Menzel im Parlament noch nie mit Waffen gesehen. Doch als die Fraktion ihn vor zwei Wochen rauswarf, habe er seinen Ex-Kameraden verbal gedroht.

Die suchten daraufhin Schutz beim höchsten Repräsentanten des ungeliebten „Systems“: Landtagspräsident Erich Iltgen (CDU). Der informierte Landtags-Sicherheits-Chef Uwe Friedrich, der Menzel die Patronenhülsen abgenommen hatte. Das Mitbringen der Munitionshülsen allein sei allerdings nicht strafbar, sagt Oberstaatsanwalt Jürgen Schär. Und: „Bisher liegt gegen den Mann auch keine Anzeige vor.“

Dennoch ist mit „Führer“-Fan Menzel wohl nicht zu spaßen. Zum einen soll er bei anderen Veranstaltungen schon mal mit Revolver aufgetaucht sein und zudem mehrere Jagdwaffen nebst Waffenschein besitzen. Zum anderen steckt er tief in der rechtsradikalen Kameradschaftsszene. Und die hält den Kurs der Landtags-NPD für komplett verweichlicht. Der Rest-NPD im Landtag bleibt erst mal nur, sich mit ihren Splitterschutzwesten zu rüsten. Die waren einst extra angeschafft worden - für Angriffe von „links“.