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Sonntag, 01.10.2017

Frisches Fleisch direkt vom Hof

Die Direktvermarkter aus Forberge zeigen ihre Schweinehaltung und laden zur Kostprobe ein.

Von Kevin Schwarzbach

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Echte Handarbeit: Fleischer Jörg Seliger von Frischfleisch Forberge bei der Produktion. Bei dem Unternehmen werden wöchentlich etwa zehn bis zwölf Schweine geschlachtet. Wie diese leben, davon konnten sich Besucher beim Hoffest am vorigen Wochenende einen Eindruck verschaffen.
Echte Handarbeit: Fleischer Jörg Seliger von Frischfleisch Forberge bei der Produktion. Bei dem Unternehmen werden wöchentlich etwa zehn bis zwölf Schweine geschlachtet. Wie diese leben, davon konnten sich Besucher beim Hoffest am vorigen Wochenende einen Eindruck verschaffen.

© Lutz Weidler

  • Echte Handarbeit: Fleischer Jörg Seliger von Frischfleisch Forberge bei der Produktion. Bei dem Unternehmen werden wöchentlich etwa zehn bis zwölf Schweine geschlachtet. Wie diese leben, davon konnten sich Besucher beim Hoffest am vorigen Wochenende einen Eindruck verschaffen.
    Echte Handarbeit: Fleischer Jörg Seliger von Frischfleisch Forberge bei der Produktion. Bei dem Unternehmen werden wöchentlich etwa zehn bis zwölf Schweine geschlachtet. Wie diese leben, davon konnten sich Besucher beim Hoffest am vorigen Wochenende einen Eindruck verschaffen.
  • Wie die Schweine leben, davon konnten sich Besucher beim Hoffest am vorigen Wochenende einen Eindruck verschaffen.
    Wie die Schweine leben, davon konnten sich Besucher beim Hoffest am vorigen Wochenende einen Eindruck verschaffen.

Strehla. Das Mittagsmahl ist schon zu riechen, bevor der Hof überhaupt erreicht ist. In der Luft liegt der Duft von frisch geschmortem Fleisch und Sauerkraut, für das die Besucher in langen Schlangen anstehen, während die herrliche Spätsommersonne vom Himmel scheint. Zwischen dem Wirrwarr aus Stimmen erklingt das Trommelspiel der Kinder von der Förderschule an der Goethestraße in Riesa. Wohin der Blick auch schweift, auf dem Hof von Frischfleisch Forberge ist was los.

Der Direktvermarkter aus dem Vorort von Riesa hat am Wochenende zu seinem traditionellen Hoffest eingeladen, das stets am letzten Septemberwochenende des Jahres stattfindet und den Besuchern einen Einblick in Sortiment und Konzept des Unternehmens ermöglichen soll. Ein Angebot, das auch dieses Jahr reichlich Zuspruch findet und regelmäßig mehr als 1 000 Besucher nach Forberge lockt.

Seit 1996 gibt es die Frischfleisch Forberge GmbH, die eine hundertprozentige Tochter der Froberger Agrargenossenschaft ist. Bei der Tierhaltung setzt das Unternehmen auf Klasse statt Masse. „Mit Fließbandarbeit hat unsere Produktion nichts zu tun, hier geht es vordergründig um Handwerk und Qualität“, sagt Kornelia Zietzschmann, die zum Vorstand des Unternehmens gehört. „Wir schlachten zweimal in der Woche zehn bis zwölf Schweine, die zuvor ein würdiges Leben in einem Stall mit Stroh und Spielzeug hatten.“

Eben dies kann zum Hoffest besichtigt werden, mehrmals am Tag fährt die Riesaer Stadtbahn Stahlmax interessierte Besucher zu den Ställen. Die Nachfrage ist riesig, die Anhänger hinter der Lok sind nahezu bei jeder Fahrt bis auf den letzten Platz besetzt. Die gestiegene Wertschätzung für regionale und artgerechte Haltung ist ein Trend, den auch Frischfleisch Forberge spürt. „Die Akzeptanz für regionale Produkte hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen“, sagt Kornelia Zietzschmann. „Die Menschen interessieren sich mittlerweile mehr dafür, wie das Tier, das sie essen, gelebt hat und wo es herkommt. Auch deswegen bieten wir unsere Stallbesichtigungen immer wieder gern an.“

Meterlange Schlangen

Doch beim Hoffest kümmert die Besucher noch etwas anderes: wie das Fleisch schmeckt. Um das herauszufinden, müssen sie ein wenig Geduld mitbringen, bilden sich doch besonders zur Mittagszeit meterlange Schlangen vor den Verkaufsständen. Ob Bratwurst, Leberkäse oder Schweinenacken – für alle Fleischliebhaber ist auf Grill und Herd etwas dabei. Und auch an der Frischetheke gibt es reichlich Gedränge, wollen doch alle noch etwas Wurst für die nächsten Tage mit nach Hause nehmen. Ständig wuseln Mitarbeiterinnen durch die Menge und füllen die Vorräte mit Körben aus dem Kühlraum auf.

„Die Veranstaltung hat dieses Mal etwas geruhsamer als letztes Jahr angefangen“, sagt Kornelia Zietzschmann. Damals standen die ersten Besucher bereits halb acht Uhr morgens auf dem Gelände, obwohl das Hoffest erst neun Uhr beginnt. „Trotzdem war der Andrang dieses Jahr besonders um die Mittagszeit gewohnt hoch“, freut sich Zietzschmann, deren Unternehmen neben einem Fleischermeister und vier Fachangestellten mittlerweile Mitarbeiter in neun Filialen beschäftigt und circa 400 Rinder und etwa 600 Mastschweine hält. Der Alterswechsel funktioniere gut, die Mitarbeiter seien ein eingeschworenes und treues Team und das Hoffest sei ihr deswegen jedes Mal eine Ehre, sagt Zietzschmann, die sich durch die Veranstaltung natürlich noch mehr Interesse an der regionalen Direktvermarktung erhofft. Was bei dem Andrang keineswegs abwegig ist.