erweiterte Suche
Mittwoch, 09.03.2016

Frischekur für Einkaufstempel

Das Berliner Unternehmen Defama hat das Radeberger EKZ gekauft. Und hat hier viel vor.

Von Jens Fritzsche

Bild 1 von 4

Ein Hauch Frühling weht schon durch die Einkaufspassage des EKZ in Radeberg. Ein bisschen symbolhaft, könnte man sogar hineininterpretieren, denn das EKZ hat seit Mitte Januar einen neuen Besitzer. Und der hat einiges vor, mit dem gut 20-jährigen Einkaufstempel am Radeberger Stadtrand.
Ein Hauch Frühling weht schon durch die Einkaufspassage des EKZ in Radeberg. Ein bisschen symbolhaft, könnte man sogar hineininterpretieren, denn das EKZ hat seit Mitte Januar einen neuen Besitzer. Und der hat einiges vor, mit dem gut 20-jährigen Einkaufstempel am Radeberger Stadtrand.

© Thorsten Eckert

  • Ein Hauch Frühling weht schon durch die Einkaufspassage des EKZ in Radeberg. Ein bisschen symbolhaft, könnte man sogar hineininterpretieren, denn das EKZ hat seit Mitte Januar einen neuen Besitzer. Und der hat einiges vor, mit dem gut 20-jährigen Einkaufstempel am Radeberger Stadtrand.
    Ein Hauch Frühling weht schon durch die Einkaufspassage des EKZ in Radeberg. Ein bisschen symbolhaft, könnte man sogar hineininterpretieren, denn das EKZ hat seit Mitte Januar einen neuen Besitzer. Und der hat einiges vor, mit dem gut 20-jährigen Einkaufstempel am Radeberger Stadtrand.
  • Eines der wenigen leer stehenden Geschäfte im EKZ. Das will der neue Eigentümer schnell ändern.
    Eines der wenigen leer stehenden Geschäfte im EKZ. Das will der neue Eigentümer schnell ändern.
  • Zu den beiden großen „Lockvögeln“ Aldi und Konsum sollen mittelfristig weitere namhafte Angebote kommen.
    Zu den beiden großen „Lockvögeln“ Aldi und Konsum sollen mittelfristig weitere namhafte Angebote kommen.
  • Hier und da blättert es am EKZ. Das wissen auch die neuen Besitzer und wollen nun Schritt für Schritt investieren.
    Hier und da blättert es am EKZ. Das wissen auch die neuen Besitzer und wollen nun Schritt für Schritt investieren.

Radeberg. Wenn Matthias Schrade von Radeberg und dem Einkaufszentrum an der Badstraße spricht, dann gerät er regelrecht ins Schwärmen. Und Matthias Schrade ist dabei ein ausgewiesener Experte, was Einkaufsstandorte betrifft. Denn der Berliner ist Chef der Deutschen Fachmarkt AG (Defama), die deutschlandweit Einkaufszentren betreibt. Seit Kurzem auch das EKZ in Radeberg. Für 5,5 Millionen Euro haben die Berliner nach eigenen Angaben den Einkaufstempel gekauft.

Und das nicht ohne Grund, wie Matthias Schrade klarstellt: „Mit dem EKZ Radeberg konnten wir ein sehr gut im Markt positioniertes Objekt erwerben“, freute er sich nach dem Kauf auf der Internetseite des Unternehmens. Und beginnt dann beim Telefonat mit der SZ wie erwähnt, zu schwärmen: Radeberg sei ein super Standort, mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten und der mit der höchsten Kaufkraft in ganz Ostdeutschland. Zudem verweist er darauf, dass die Einwohnerzahl Radebergs wächst – was ja durchaus auch für den Standort spricht. „Wenn man sich Radeberg anschaut, könnte man die Stadt durchaus auch mit Kleinstädten in Bayern oder Schwaben vergleichen“, ist er überzeugt. Und nicht zuletzt habe sich die Defama für das EKZ entschieden, weil die rund 13 600 Quadratmeter Nutzfläche zu immerhin 97 Prozent vermietet sind. Knapp 30 Läden gibt es hier bekanntlich – die größten Zugpferde sind dabei Aldi, der Konsum, kik und auch der Baumarkt toom.

Radeberg passe dabei bestens in die Strategie des Unternehmens, macht Matthias Schrade deutlich. „Unsere Strategie ist es, Einkaufszentren in kleineren Städten zu erwerben – Zentren, auf die zum Beispiel internationale Investoren nicht setzen.“ Solche Standorte seien mit Blick auf den Kaufpreis nicht überteuert, „so dass wir dann durch die Mieteinnahmen eine Rendite erzielen können“. Die Defama setze in Sachen Erlös nicht auf Kauf und Wiederverkauf, „sondern wir wollen die Objekte behalten, voranbringen und so Rendite erzielen“, macht Matthias Schrade auch gleich klar, dass sein Unternehmen nicht vorhabe, das EKZ gleich wieder meistbietend weiter zu verkaufen.

Und so will die Defama den Stand an der Badstraße auch nicht einfach „nur“ halten. Ziel sei es schon, das EKZ auszubauen. Mittelfristig jedenfalls. Die Bagger werden also nicht schon in den nächsten Wochen sozusagen vor der Tür stehen. Abgesehen von Reparaturen, die dringend nötig sind, wie Matthias Schrade weiß. „Der Vorbesitzer hat ja da manches liegen lassen“, umschreibt er höflich. Und meint zum Beispiel den Parkplatz. Dort haben Frost und der sprichwörtliche Zahn der Zeit schon erhebliche Löcher im Pflaster hinterlassen. „Sobald es das Wetter zulässt, werden wir dort etwas tun“, verspricht der Firmenchef. Wie auch im Einkaufszentrum die eine oder andere Reparatur geplant ist.

Mit großen Modeketten im Geschäft

Doch in Sachen Zukunft soll zunächst gemeinsam mit den Mietern ein Konzept erarbeitet werden. Dabei soll der Charakter der Einkaufspassage erhalten bleiben, aber das Einkaufserlebnis trotzdem moderner werden. Was das genau heißt, ob zum Beispiel wie in anderen großen Einkaufszentren auf Kultureinrichtungen oder auch sportliche Angebote gesetzt wird, will sich Matthias Schrade erstmal noch nicht allzu tief in die sprichwörtlichen Karten blicken lassen. Klar ist aber, dass man mit der Erweiterung auch neue Ladenmieter nach Radeberg locken will. Von einer großen Drogeriekette ist zum Beispiel gerüchteweise in den Gängen des EKZ zu hören. Zudem zeigt ein Blick auf andere Objekte, die von der Defama betrieben werden, dass die Berliner durchaus auch etliche große Modeketten zu ihren Mietern zählen. Vielleicht können sie ja auch davon einige für Radeberg begeistern? „Natürlich wollen wir auf namhafte neue Mieter setzen, um die Attraktivität zu erhöhen“, macht der Geschäftsführer deutlich; ohne sich auf Spekulationen um mögliche Namen einzulassen. Konkreter könne man sowieso frühestens Mitte des kommenden Jahres werden. „Denn auch die großen Filialisten haben ja innerbetriebliche Strategien und Abläufe, sodass Entscheidungen Monate dauern können“, weiß der Berliner, der eigentlich aus Schwaben kommt, wie er verrät.

Die Defama hat jedenfalls eine Menge vor mit dem EKZ. „Es gibt ja auch jetzt schon einige leer stehende Ladenflächen, die wir natürlich nicht leer stehen lassen wollen!“ Schritt für Schritt werde nun an der Zukunft gearbeitet, immer im Gespräch mit den Mietern vor Ort. „Das ist unsere Art; wir sind ja auch räumlich näher dran an Radeberg als der Vorbesitzer“, so Matthias Schrade. Und wie es aus der Händlerschaft im EKZ heißt, seien die Leute von Defama in den vergangenen beiden Monaten schon häufiger in Radeberg gewesen, als die Kölner Vorbesitzer in den über 20 Jahren zuvor …