Mittwoch, 02.01.2013

Freistaat kassiert 668.000 Euro im Pillnitzer Park

Seit April sind zwei Euro Eintritt für den Schlosspark fällig. Eine Bürgerinitiative kämpft für Alternativen zu den geschlossenen Toren.

Von Kay Haufe

©dapd

Der Pillnitzer Schlosspark erhält in diesem Jahr seinen Staudengarten nach historischem Vorbild zurück. Gartenmeister Wolfgang Friebel orientiert sich bei der Neuanlage an Plänen aus den 1950er-Jahren, die von Ideen Karl Försters mit niedriger Bepflanzung beeinflusst waren. Das Gelände werde modelliert und ein Bachlauf angedeutet.

Nach Informationen des Schlösserbetriebes wird der Garten aber erst im kommenden Jahr komplett fertig. Rund 13.000 Euro kostet seine Neugestaltung, die von den Pillnitzer Lehrlingen als ihr Prestigeobjekt betreut wird. Finanziert wird es zum Teil mit dem Eintrittsgeld, das seit April 2012 für den Parkbesuch erhoben wird. Zwei Euro zahlen Gäste, um die Parkanlage rund um Wasser- und Bergpalais erleben zu können. „Wir haben inzwischen 668.000 Euro eingenommen und sind mit dem Ergebnis zufrieden“, sagt Gisela Ohme, die Pressesprecherin von Schloss Pillnitz.

Erste Schätzungen des Staatsbetriebes Schlösser und Gärten gingen Anfang des Jahres allerdings von rund 800.000 Euro aus. Seit April zählte das neu eingestellte Sicherheitspersonal rund 432 000 Besucher im Park. Dass die wenigsten davon Dresdner waren, legt auch die Zahl von 5.138 verkauften Jahreskarten nahe. Der Protest, der kurz nach Bekanntwerden der Pläne zum Parkeintritt aufkam, hat sich schnell wieder gelegt. Äußerst aktiv ist jedoch nach wie vor die Bürgerinitiative Freier Parkzutritt, der insbesondere Pillnitzer und Hosterwitzer Bürger angehören. Darunter sind auch Gewerbetreibende, die am Schloss ihr Restaurant oder Geschäft betreiben. Sie hatten nach Einführung der Eintrittsgebühr teilweise mit Gästeverlusten zu kämpfen.

Nach Aussagen der Schlösserverwaltung wird ein Großteil des eingenommenen Geldes zur Pflege des Parks verwendet. Vier neue Gärtner wurden 2012 eingestellt. In diesem Jahr soll es neue pädagogische Angebote, unter anderem für Senioren mit eingeschränkter Mobilität oder Demenz, im Schlosspark geben. Weitere Parkbänke sollen aufgestellt und ein Leitsystem eingerichtet werden.