erweiterte Suche
Montag, 06.11.2017

Frauen sind hier richtig rar

Ob Institutsleiterinnen oder Professorinnen – Frauen bleiben in den hohen Ämtern der Wissenschaft die Ausnahme.

Die höheren Ebenen der Wissenschaftswelt sind eine Männerdomäne. Zu diesem Urteil kommt eine Erhebung, die die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) veröffentlicht hat. Demnach haben es Wissenschaftlerinnen immer noch schwer, in Leitungspositionen des Wissenschaftssystems vorzudringen. Betrachtet wurde dafür die Situation an deutschen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Laut Datenmaterial sind weiterhin vier von fünf Professuren mit Männern besetzt. Dabei sei der Frauenanteil in den vergangenen 20 Jahren stark gestiegen: Bei den Promotionen waren es 1996 noch 31 Prozent, inzwischen sind es 45 Prozent. Sachsen liegt mit 46 Prozent knapp darüber. Die Zahl der Habilitandinnen stieg von 13 auf 28 Prozent, die der Professorinnen von 9 auf 23 Prozent. Der Frauenanteil bei Habilitationen beträgt in Sachsen 35 Prozent. Sie besetzen allerdings nur 20 Prozent der Professuren.

Die obersten und damit gut bezahlten Sprossen der Karriereleiter erklimmen Frauen aber nur selten. Bei den Professuren sinkt ihr Anteil, je höher die Besoldungsgruppe wird: Der Frauenanteil auf W1-Professuren liegt inzwischen bei 42 Prozent, auf C3/W2-Stellen bei 23 Prozent und auf C4/W3-Professuren bei 18 Prozent.

Bei den außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist laut GWK der Frauenanteil in Führungspositionen von 1997 bis 2016 von drei auf 18 Prozent gestiegen. Führend sei die Max-Planck-Gesellschaft mit rund 25 Prozent, gefolgt von der Leibniz-Gemeinschaft mit 21 Prozent und der Helmholtz-Gemeinschaft mit 19 Prozent. Weit abgeschlagen rangiere die Fraunhofer-Gesellschaft, bei der nur knapp fünf Prozent der Leitungsposten von Frauen bekleidet werden. Alle Forschungseinrichtungen haben Standorte in Dresden. (jam)

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.