Lindenau/Coswig Dienstag, 13.11.2012

Forsthaus Lindenau gehört bald zu Radebeul

Radebeul und Coswig tauschen Land und bereinigen damit ein Adressenproblem.

Von Peter Redlich

Die Aktion hat beinahe Staatscharakter. Coswig und Radebeul tauschen Land. Das haben jetzt die Stadträte beschlossen. Juristisch vollzogen werden soll das Ganze ab 1. Januar 2013.

Hinter der Aktion liegt etwas ganz Menschliches. Nämlich die Adresse vom Forsthaus Lindenau. Das wird im Volksmund so bezeichnet und gefühlt auch Radebeul zugerechnet. Territorial ist es aber auf Coswiger Flur. Taxifahrer und Krankendienst hatten hier Probleme, weil es die Fantasie-Adresse Forsthaus Lindenau 1 auf keiner Karte gab. Der Grund für diese Verwirrung liegt in den Bestimmungen. Eigentlich wohnt die Bewohnerin des Forsthauses, Karin Kleinert, auf dem Kreyernweg – und zwar gleich nach der Nummer 89. Der Kreyernweg gehört fast vollständig zu Radebeul. Wäre Frau Kleinert Radebeulerin, also läge ihr Grundstück auf Radebeuler Flur, könnte sie auch die Adresse Kreyernweg 91 haben. Doch das Stück Land liegt hinter der Stadtgrenze Radebeuls, wie vor wenigen Jahren festgestellt wurde.

Das Ortsschild wurde versetzt

Deshalb sei wohl auch das Ortsausgangsschild verrückt worden. Es stand nämlich erst vor dem Hoftor von Kleinerts, wurde aber von dort an den Abzweig zum Rietzschkegrund versetzt, weil hier genau die Stadtgrenze zu Coswig verläuft. Und noch einen Grund für das Adressenkuddelmuddel gibt es: Coswig hat auch einen Kreyernweg, der weiter westlich an der Moritzburger Straße liegt. Zwei Kreyernweg-Adressen darf es aber in einer Stadt nicht geben.

Damit das alles mal bereinigt werden kann, tauschen nun beide Kommunen Landstücke. Coswig bekommt ein Stück Bauland im Ortsteil Zitzschewig zwischen Neuhofweg, Spitzgrundweg und Mittlerer Bergstraße. Radebeul bekommt im Gegenzug ein Stück Wald an der nördlichen Stadtgrenze, wozu die Fläche des Grundstücks vom Forsthaus Lindenau gehört.

Am Kreyernweg 91 wird im nächsten Jahr die dann eindeutig zuzuordnende Adresse von Karin Kleinert sein. Und die Stadt gewinnt auch offiziell eine neue Einwohnerin.