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Dienstag, 13.11.2012

Flutwellen in der Toskana und Umbrien

Schwere Überschwemmungen in Italien treffen jetzt vor allem die Toskana. Vier Menschen sterben, Hunderte müssen vor den Flutwellen fliehen. Und es gibt den nächsten Wetteralarm.

Rom/Grosseto. Vier Menschen sind nach starken Regenfällen und Überschwemmungen in der Toskana ums Leben gekommen. Hunderte mussten vor Flutwellen fliehen. Drei Arbeiter des Energiekonzerns Enel, zwei Männer und eine Frau, starben in der Nacht zum Dienstag beim Einsturz einer Brücke über den Fluss Albegna, wie die Behörden in Grosseto mitteilten. Als die Brücke dem Druck der Wassermassen nachgab, stürzte ihr Fahrzeug in die Tiefe. Während sich die Lage in der Toskana am Dienstag entspannte, erwarten die südlichen Regionen des Landes in den kommenden Tagen erhebliche Regenfälle.

Bei Capalbio in der südlichen Toskana ertrank am Montag ein 73-jähriger Landwirt in seinem überfluteten Fahrzeug. Drei Menschen wurden zunächst noch vermisst gemeldet, es waren die später erst identifizierten Opfer des Brückeneinsturzes. Eine von Schlammmassen mitgerissene Frau wurde lebensgefährlich verletzt. Viele Menschen flüchteten vor dem Wasser auf die Dächer ihrer Häuser. Die Flutwellen haben größere Teile der Toskana und Umbriens unter Wasser gesetzt und Hunderte Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen.

Ein Höhepunkt der Flutwelle wurde um Mitternacht in Rom erwartet, wo der Wasserstand des Tibers ständig überwacht wird. Das Unwetter, das am Wochenende zunächst Norditalien heimgesucht hatte, verursachte am Montag ein Verkehrschaos. Straßen und Bahnverbindungen zwischen Nord- und Süditalien wurden unterbrochen. Der Präsident der mittelitalienischen Toskana forderte Soldaten für Aufräumarbeiten an.

In Italien gibt es im Herbst und Winter häufig Überschwemmungen, die erheblichen Schaden anrichten. Laxe Bauplanungen und mangelnde Umsetzung von Umweltnormen gelten als mitverantwortlich dafür, dass Hochwasser katastrophale Folgen haben kann. Der italienische Umweltminister Corrado Clini sagte, 40 Milliarden Euro seien über die nächsten 15 Jahre notwendig, um die Gefahr zu bannen. (dpa)