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Samstag, 29.06.2013

Fluthelfer-Plakat sorgt für Ärger

Bei der Auswahl des Fotos hat die Stadt eine versteckte Beleidigung übersehen. Deswegen ist schon wieder Schluss mit Danke sagen.

Von Tobias Winzer

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260 Mal ließ die Stadtverwaltung ein Foto auf Plakatgröße drucken, das mehrere Freiwillige beim Bauen eines Sandsackdamms am Schloßplatz zeigt.
260 Mal ließ die Stadtverwaltung ein Foto auf Plakatgröße drucken, das mehrere Freiwillige beim Bauen eines Sandsackdamms am Schloßplatz zeigt.

© szo

  • 260 Mal ließ die Stadtverwaltung ein Foto auf Plakatgröße drucken, das mehrere Freiwillige beim Bauen eines Sandsackdamms am Schloßplatz zeigt.
    260 Mal ließ die Stadtverwaltung ein Foto auf Plakatgröße drucken, das mehrere Freiwillige beim Bauen eines Sandsackdamms am Schloßplatz zeigt.
  • Der unscharfe Schriftzug auf dem Pullover eines Helfers (oben rechts) sorgt für ein Ende der Plakataktion.
    Der unscharfe Schriftzug auf dem Pullover eines Helfers (oben rechts) sorgt für ein Ende der Plakataktion.

Es sollte ein kleines Dankeschön sein an die Tausenden Fluthelfer, die in den Tagen des Hochwassers Sandsäcke schleppten, Deiche sicherten und überflutete Keller auspumpten. 260 Mal ließ die Stadtverwaltung ein Foto auf Plakatgröße drucken, das mehrere Freiwillige beim Bauen eines Sandsackdamms am Schloßplatz zeigt. Ein winziges Detail haben der Fotograf und die Stadt, die sich letztlich für das Motiv entschieden hat, jedoch übersehen: Einer der Helfer, auf dem Foto ganz rechts, trägt einen Kapuzenpullover mit der Aufschrift „A.C.A.B“. Die vor allem unter Jugendlichen bekannte Abkürzung steht für „All Cops Are Bastards“, übersetzt: „Alle Polizisten sind Hurensöhne“.

Die Polizei hat das Plakatmotiv bereits der Staatsanwaltschaft vorgelegt. Es geht um Beamtenbeleidigung. „Es ist schon ärgerlich, dass der Träger des Pullovers mit dem Plakat so eine Bühne bekommt“, sagt Polizeisprecher Thomas Geither. „Schade, dass der eigentliche Zweck dieses Dankeschöns an die Helfer dadurch in den Hintergrund gerät. Aber Fehler passieren nun einmal, wir wissen dieses Foto schon einzuordnen“, sagt er. Wie die Staatsanwaltschaft gestern mitteilte, wird auch nicht weiter ermittelt. Der Grund: Für eine Straftat fehle der konkrete Bezug zu einem bestimmten Polizeibeamten, sagte Sprecher Lorenz Haase. Dies wäre beispielsweise erst gegeben, wenn er einen Polizisten angesprochen und zugleich mit den Händen auf den Schriftzug gedeutet hätte.

Die Stadt bat gestern um Entschuldigung für das Versehen. „Die Stadt hat verschiedene professionelle Fotografen nach Momentaufnahmen während der Flut angefragt und dieses Motiv angekauft. Die Wahl erfolgte, weil die dargestellte Helfersituation bildlich am besten dargestellt wurde“, sagte Sprecherin Heike Großmann. „Dass diese Aufschrift im Hintergrund zu sehen ist, ist bei Aufnahme des Fotos durch den Fotografen und der Auswahl des Motives leider nicht aufgefallen.“ Die 260 Plakate im gesamten Stadtgebiet werden nun vorzeitig entfernt. Sie sollten ursprünglich bis zum 9. Juli hängen und sind nun nur noch bis zum 2. Juli zu sehen. 1.700 Euro hat die Stadt für die Plakatkampagne ausgegeben.