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Dienstag, 08.01.2013

Flughafen-Debakel: Wowereit räumt Posten

Nach der erneuten Verschiebung zieht die Politik Konsequenzen. Platzeck stellt die Vertrauensfrage.

Von Michael Rothe

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ist nicht länger Aufsichtsratsvorsitzender des neuen Berliner Flughafens.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ist nicht länger Aufsichtsratsvorsitzender des neuen Berliner Flughafens.

© dpa

Berlin/Dresden. Das Desaster um den Berliner Hauptstadtflughafen erreicht die Politik. Nachdem gestern bestätigt wurde, dass auch der 27. Oktober 2013 als nunmehr dritter Eröffnungstermin nicht zu halten ist, gab Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sein Amt als Aufsichtsratschef der Betreibergesellschaft ab.

Nachfolger wird Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, bereits Mitglied des Kontrollgremiums. Der will im Landtag die Vertrauensfrage stellen. Die Rufe nach Rücktritt der SPD-Politiker waren immer lauter geworden. Auch die Tage von Rainer Schwarz als Flughafenchef scheinen gezählt. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erwartet seine baldige Ablösung. Den Antrag habe der Bund als Mitgesellschafter für die Aufsichtsratssitzung nächste Woche gestellt.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die ursprünglich für 2011 geplante Eröffnung zum vierten Mal verschoben wird. Den Ausschlag habe eine Ortsbegehung Mitte Dezember gegeben, hieß es gestern vom Flughafen Berlin Brandenburg. Noch vorige Woche hatte der neue Mängel an der Kühlung des Computersystems, der Betankungsanlage, an den Rolltreppen sowie das Eindringen von Regenwasser als „nicht terminkritisch“ bezeichnet. Es gibt noch keinen neuen Eröffnungstermin. Der soll aber nicht vor 2014 liegen.

Für die Mitteldeutsche Airport Holding, Dach der Flughäfen Dresden International und Leipzig/Halle, ist die erneute Verschiebung „sehr bedauerlich“. „Das wirft abermals kein gutes Licht auf den gesamten Luftverkehrs- und Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagte Vorstand Markus Kopp zur SZ. Kopp erwartet, dass Sachsens Flughäfen noch mehr Fluggäste aus Berlin und Brandenburg anziehen.

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