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Dienstag, 25.08.2015

Fischbestand in Ostsee erholt sich

Der Hering macht sich ganz gut, den Schollen geht es prächtig, bloß der Dorsch dümpelt noch vor sich hin und bedarf der Schonung. Die Ostsee könnte das erste nachhaltig bewirtschaftete Meer der Welt sein, sagen die Fischer.

Ein Angler holt auf der Seebrücke in Wustrow einen Dorsch aus der Ostsee - und der sollte eigentlich etwas größer sein.
Ein Angler holt auf der Seebrücke in Wustrow einen Dorsch aus der Ostsee - und der sollte eigentlich etwas größer sein.

© dpa

Rostock. Deutschlands Fischer rechnen damit, dass die Ostsee das erste nachhaltig bewirtschaftete Meer der Welt sein wird. Die Fischereireform der Europäischen Union habe dort ihr Ziel einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Bestände zum Teil schon erreicht, sagte der Vorsitzende des Deutschen Kutter- und Küstenfischer, Norbert Kahlfuss, am Dienstag vor Beginn des Deutschen Fischereitages in Rostock. Fischer aller Sparten diskutieren dort noch bis Donnerstag ihre Erfahrungen mit der Reform.

Auf der Webseite „Fischbestände online“ finden Sie weitergehende Informationen über den Zustand der Fischbestände weltweit. Die Daten werden vom unabhängigen Thünen-Institut zusammengetragen und jährlich aktualisiert. Die fangfrischen Werte zur Ostsee stammen von diesem Juni und die Prognosen zu den Entwicklungen der Populationen klingen überwiegend positiv: Der für die deutsche Küstenfischerei wichtige Hering der westlichen Ostsee schwimme erstmals vollständig im grünen Bereich und auch die Schollen- und Flunderbestände entwickeln sich prächtig. Probleme bereiten allerdings weiterhin die beiden Dorschbestände der Ostsee und bedürfen weiter der Schonung, schreiben die Wissenschaftler des Instituts.

Das seit diesem Jahr geltende Verbot, unerwünschte Beifänge und zu kleine Fische ins Meer zurückzuwerfen, sieht Kahlfuss jedoch kritisch. Die Hochseefischer dagegen stehen ihrem Verbandsvorsitzenden Uwe Richter zufolge zu dem Verbot, fordern aber Änderungen an der EU-Verordnung über technische Maßnahmen.

Der dreitägige Branchentreff sollte am Nachmittag im Beisein von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) offiziell eröffnet werden. Der Deutsche Fischerei-Verband vertritt nach eigenen Angaben etwa eine Million Mitglieder. (dpa)

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