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Donnerstag, 07.12.2017

Finanzspritze für Schulförderverein

Die EnviaM-Firmengruppe spendiert 500 Euro. Der junge Verein hat in kurzer Zeit bereits einiges bewegen können.

Von Tina Soltysiak

Vertreter des Fördervereins der Lernförderschule Albert Schweitzer Roßwein haben von der EnviaM-Firmengruppe einen Scheck in Höhe von 500Euro überreicht bekommen. Eingesetzt wird das Geld für die Kennenlernfahrt der Fünftklässler.
Vertreter des Fördervereins der Lernförderschule Albert Schweitzer Roßwein haben von der EnviaM-Firmengruppe einen Scheck in Höhe von 500 Euro überreicht bekommen. Eingesetzt wird das Geld für die Kennenlernfahrt der Fünftklässler.

© André Braun

Roßwein. Über eine Nikolausüberraschung der etwas anderen Art haben sich am Mittwoch die Roßweiner Förderschüler gefreut. Vertreter der EnviaM-Gruppe überreichten dem Schulförderverein einen Scheck über 500 Euro. „Damit wird die Kennenlernfahrt für die neuen fünften Klassen finanziert“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Marietta Bromberger.

Den Förderverein gibt es erst seit etwa anderthalb Jahren. Doch schon zahlreiche Projekte, die sich die Mitglieder – aktuell sind es 37 an der Zahl – vorgenommen hatten, konnten umgesetzt werden. „Wir haben die Obsttheke eingeführt. An den langen Schultagen von Dienstag bis Donnerstag stehen Kisten mit Äpfeln oder Birnen da. Aus diesen dürfen sich die Kinder bedienen. Das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagte Renate Dietrich. Sie ist Kassenwart im Verein. Ziel der Aktion ist, dass Kinder regelmäßig Vitamine zu sich nehmen. „Oder überhaupt etwas zu essen bekommen“, ergänzte sie.

Fehlende Kleidung, kein Pausenbrot – all dies sind Zustände, die es in einer Überflussgesellschaft eigentlich nicht geben dürfte. Da sind sich die Vertreter von Schule, Stadt und Energieversorger einig, die sich am Mittwoch zur Scheckübergabe versammelt hatten. Maritha Dittmer, Vertreterin der kommunalen Anteilseigner an der Envia, gab deshalb noch einige Tipps für weitere Fördermöglichkeiten seitens des Unternehmens.

Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) weiß um die Not so manches Schülers und um die Bestrebungen des Fördervereins. Er hatte ihn deshalb bei dem Versorgungsunternehmen vorgeschlagen. „Bei uns gehen mehr Vorschläge ein, als wir berücksichtigen können. Eine Jury trifft die Entscheidung. Wir möchten soziale Einrichtungen und Vereine für ihr gemeinnütziges Engagement belohnen. Und ich denke, hier ist das Geld sehr gut aufgehoben“, meint Maritha Dittmer.


Das sieht auch der Bürgermeister so. Denn die Fahrt in den Döbelner Töpelwinkel sei viel mehr als nur eine Kennenlernveranstaltung. „Für einige Schüler ist es das erste Mal, dass sie verreisen oder solch einen Ausflug machen“, gab er zu bedenken. Weil die Schüler mit dem Bus fahren, würden einige zugleich lernen, wie solch ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt wird, ergänzte Lindners Stellvertreter Peter Krause (Die Linke). Er ist Kassenprüfer im Verein und hilft bei der Organisation dieser Fahrt. „Wir als Förderverein sind daran interessiert, dass die Tage im Töpelwinkel zu einem Höhepunkt im Schulleben der Kinder werden“, sagte Krause. In dieser Klassenstufe kämen häufig neue Schüler hinzu, zudem wechsele der Klassenlehrer.

Derzeit werden an der Lernförderschule 201 Kinder der Klassenstufen eins bis zehn unterrichtet. „Sie kommen aus Roßwein und Ortsteilen, Striegistal, Nossen und Hainichen“, so die stellvertretende Leiterin Marietta Bromberger. Die Arbeit des Fördervereins umfasse noch mehr. Nur dank des Engagements sei die Teilnahme an dem bundesweit größten Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltvorbeugung für die Grundschule „Klasse 2000“ möglich. Die Schule beteiligt sich seit dem Schuljahr 2016/17 an dem Programm, derzeit mit der ersten Klasse. „Wir sind bestrebt, Kontinuität reinzubringen. Dank zahlreicher Spenden, vor allem auch unseres engagierten Vorsitzenden Rico Söhnel, ist es uns möglich, laufende Projekte fortzuführen und gleichzeitig neue anzustoßen“, so Peter Krause.

Veit Lindner versprach den Kindern deshalb auch nicht umsonst, dass sie sich in diesem Jahr erneut auf eine Weihnachtsüberraschung freuen können. Im vergangenen Jahr duften die jüngeren Schüler der Klassenstufen eins bis vier Wünsche im Wert bis 20 Euro formulieren, die älteren unternahmen einen Ausflug ins Kino. „Dieses Jahr wird es etwas anders, mehr soll an dieser Stelle aber noch nicht verraten werden“, so Marietta Bromberger.


In Roßwein war der Auftakt für die Weihnachtsspendenaktion von Envia und Mitgas. Die Vertreter reisen noch bis Januar durch Mittelsachsen, um insgesamt 6 000 Euro an weitere Akteure zu überreichen. Berücksichtigt werden in diesem Jahr mit je 1 000 Euro die Vereine Generationenbahnhof Erlau, Lebenszeit in Leisnig, Netz-Werk in Mittweida zur Unterstützung der Tafel sowie der Verein Kulturdenkmal Gasthof „Wilder Mann“ in Ostrau. Jeweils 500 Euro gehen an den Kriebethaler Faschingsclub zur Förderung der Kindertanzgruppen, den Tierschutzverein Mittweida und Umgebung sowie den Förderverein der Europäischen Oberschule Hartmannsdorf für musikalische Projekte und den Betrieb einer Suppenküche.