Samstag, 26.01.2013

„Filmdreh ist das Beste fürs Kaufhaus“

Die Stadt Görlitz sieht die Filmproduktion positiv und keine Gefahr für Denkmale. Viel sagen darf sie aber auch nicht.

Von Sebastian Beutler

Sorgen kennt das Görlitzer Rathaus wegen der Filmarbeiten in bedeutenden Denkmalen der Stadt nicht. „Alle Arbeiten in der Stadthalle, im Freisebad und im Kaufhaus wurden behördlich genehmigt und werden durch die Behörden auch entsprechend kontrolliert“, teilt Sylvia Otto von der Stadtverwaltung mit. Genauer aber wollte sie nicht werden.

Die Stadt bleibt bei ihrer Mission Schweigen, wenn es um die aktuelle Produktion von „The Grand Budapest Hotel“ geht. Und begründet das so: „Görlitz möchte sich auch weiterhin als Filmlocation empfehlen. Dazu bedarf es auch des gegenseitigen Respekts.“ Das heißt in diesem Fall „Schweigen“.

Dabei erkennt das Rathaus schon, dass sich die „Produzenten mit Informationen an die Presse zurückhalten“. Was ja auch immer heißt: Sie geben keine Informationen an die Görlitzer weiter. Aber die Sprecherin sagt ebenso: „Auch wenn wir in Görlitz bereits andere Erfahrungen mit Filmproduktionen gemacht haben, ist es immer die Entscheidung des jeweiligen Produzenten, die auch wir zu respektieren haben.“ So nimmt Studio Babelsberg lieber Puff-Geschichten über den Film in Boulevardzeitungen in Kauf als eine seriöse Berichterstattung. Auch das lässt tief blicken.

Immerhin, so viel ist zu erfahren, stünde das Filmteam permanent mit einer eigens dafür engagierten Sicherheitsbeauftragten in Kontakt. Sie sei eine Expertin, die mit Feuerwehr und Bauaufsicht alle Vorgänge abspreche. Zudem wurden auf Kosten der Filmfirma Brandwachen installiert, und die Brandmeldeanlage läuft ebenfalls unter höchsten Sicherheitsauflagen.

Deswegen ist die Stadt Görlitz weiterhin überzeugt davon: „Insbesondere dem Kaufhaus konnte momentan nichts Besseres passieren, als dass es komplett genutzt wird!“