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Montag, 08.12.2014

Feuriger Auftakt für eine ungewöhnliche Ausstellung

„Auf Spuren fremder Erinnerungen“ lautet der Titel der Ausstellung, die nun bis März zu sehen sein wird.

Von Bernd Goldammer

Spektakulärer Auftakt für eine spektakuläre Sonderausstellung im Schloss: Die Feuerkünstlerin Uta Rolland.
Spektakulärer Auftakt für eine spektakuläre Sonderausstellung im Schloss: Die Feuerkünstlerin Uta Rolland.

© Bernd Goldammer

Viele Jahre hat sich Katja Altmann um die neue Ausstellung bemüht. Sonnabend war es dann so weit. Endlich konnte die Chefin von Schloss Klippenstein die Weihnachts-Schau von Mari Emily Bohley im Schlosssaal und den darum liegenden Räumen eröffnen. „Auf Spuren fremder Erinnerungen“ lautet der Titel, die nun bis März zu sehen sein wird. Und weil es für Katja Altmann eben eine ganz besondere Ausstellung ist, wurde die Eröffnung diesmal auch ganz besonders gefeiert. Mit einer spektakulären Feuershow von Uta Rolland auf dem Schlosshof nämlich. So hitzig dürfte wohl bisher noch keine Ausstellung im Schloss gestartet sein…

Über Schrift und alte Buchkunst

In der Schau geht es um Schrift und Buchkunst aus alten Zeiten. Und schon in den Momenten der Eröffnung bekam der Besucher ein Gefühl dafür, dass diese Ausstellung zum vorweihnachtlichen Besuchermagneten für Radeberg und seine Umgebung avancieren könnte. Denn sie setzt tatsächlich enorme Neugier frei… Und das hat auch mit Mari Emily Bohley zu tun, die ihren Ansatz für die Ausstellung so beschreibt: „In der Kalligrafie geht es mir wie im Leben – die hübsche Hülle allein reicht mir nicht!“ Eine kalligrafische Arbeit sei vor allem dann interessant, wenn sie etwas Verborgenes enthält, sagt sie. Eine Geschichte zum Beispiel, eine Erfahrung oder Stimmung, die man nicht durch den Textinhalt erfährt, sondern durch Duktus, eingesetztes Material und das nicht Erzählte, den weißen Raum. „Ein schön geschriebenes Wort erregt Gefallen – aber ein Strich, der von Freude, Wildheit, Aufregung, Sehnsucht, Suche und verwirrenden Gefühlen erzählt, kann viel länger faszinieren“, ist sie überzeugt.

Ihren Arbeiten liegt eine Geschichte oder Erfahrung zugrunde, „die ich manchmal gar nicht in Worte fassen und nur durch die Kunst ausdrücken kann“, verrät die Künstlerin. Und fügt an: „Wenn es mir gelingt, ein Blatt, eine Collage oder eine Leinwand so zu gestalten, dass sie von meinen Gefühlen erzählt und doch ein kleines Geheimnis bewahrt, dann empfinde ich meine Arbeit als schön.“

Mit Exponaten aus aller Welt

Es ist eine spannende Ausstellung. Sie bringt Handschriften aus China, Korea, Japan aber auch Fragmente antiquarischer Bücher, Schubladen, Zirkelkästen, historische Schreibgeräte und zahlreiche andere Fundstücke in neue Zusammenhänge. Respektvoll sind die gezeigten Fundstücke im kleinen Saal mit der Maserung langer Bretter kombiniert. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Auch während der Vor- und Weihnachtstage. Es dürfte jedenfalls eine der ungewöhnlichsten Ausstellungen sein, die auf Schloss Klippenstein bisher gezeigt worden sind.

Und das liegt nicht nur am ungewöhnlichen Eröffnungsprogramm mit Uta Rollands Show „Feuer und Tanz“, die die Besucher der Ausstellungseröffnung in die Magie des künstlerisch bewegten Lichtes entführte. Aber dennoch: es war ein großartiger Auftakt für eine großartige Ausstellung. Schloss-Chefin Katja Altmann hat Geduld bewiesen und das hat sich wirklich gelohnt.

Geöffnet ist Schloss Klippenstein mit der Dauerausstellung und der Sonder-Schau Dienstag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr sowie Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr.

www.schloss-klipppenstein.de