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Feuchter Start bei der Dachsanierung

Der Starkregen bereitet Probleme im Görlitzer Neiße Park. Trotzdem soll noch vor Weihnachten alles schöner sein.

07.10.2017
Von Christian Köhler

Start bei der Dachsanierung
Der alte Marktkauf ist derzeit nicht mehr wiederzuerkennen. Hier soll der Supermarkt aber im Dezember wieder Kunden empfangen.

© pawel sosnowski/80studio.net

Das Telefon von Claus-Dieter Koziel ist schon seit Wochen ständiger Begleiter des Centermanagers vom Görlitzer Neiße Park. „Neue und alte Mieter haben viele Fragen an mich“, sagt er und fügt an: „Wegen des großen Umbaus.“ Dort nämlich, wo einst der Marktkauf war, rückt gerade schweres Gerät an. Bis auf die Grundmauern wird alles abgerissen und vollständig saniert. Philipp Roos, Bereichsleiter der Projektentwicklung der CEV Immobilien GmbH, eine Tochter des Edeka-Verbundes, erklärt: „Wir haben seit 1. August den zweiten Bauabschnitt der Centersanierung gestartet“. So ist von dem ehemaligen Marktkaufstandort – der Markt selbst ist vorübergehend im Center umgezogen – kaum noch etwas zu sehen. Dort, wo einst die Kühltruhen und die Fleischtheke gestanden haben, sind nun Bagger und Bauleute zu sehen. „Noch vor Weihnachten soll hier wieder Marktkauf eingezogen sein und geöffnet haben“, sagt Centermanager Koziel zuversichtlich.

Bis dahin sind jedoch noch einige Hürden zu nehmen. „Das Gebäude ist in den Jahren 1992/1993 errichtet worden und musste dringend saniert und modernisiert werden“, begründet Koziel. Dazu gehört neben dem Einbau moderner Technik auch die erste Hürde: die Dachsanierung. Die bereitete jüngst nämlich ungeahnte Probleme. So musste vor Kurzem der Marktkauf in Görlitz während eines Starkregens geräumt werden, wie das Centermanagement auf SZ-Nachfrage bestätigt. „Wir haben das Dach geöffnet und durch den Starkregen ist Wasser in die Zwischendecke des Marktes gelaufen“, erklärt Philipp Roos. Das Wasser habe sich dann auf einer großen Fläche verteilt und sich schließlich den Weg in den derzeitigen Verkauf gebahnt. Damit keine technischen Anlagen oder Waren beschädigt und die Sicherheit der Kunden nicht gefährdet werden, habe man schnell reagiert, hieß es weiter. Die undichte Stelle sei aber wieder geschlossen. „Es war ein etwas holpriger Start bei der Dachsanierung, aber gut 13 000 Quadratmeter Dachfläche müssen eben erneuert werden“, fügt Roos an.

Die zweite Hürde sieht CEV-Bereichsleiter Roos in den vielen Verträgen, die noch bis Weihnachten zwischen den Eigentümern und den neuen oder alten Mietern ausgehandelt werden müssen. Immerhin sollen laut CEV gut 40 Mieter – darunter Schuhläden, Textilmärkte, eine neue moderne Apotheke oder ein Spielwarenladen neben den Fachmärkten im Neiße Park untergebracht werden. Hinzu kommt eine Versorgungsmeile mit kleineren Imbissständen und Restaurants. „Ziel ist es, eine moderne Shopping Mall zu errichten, in der sich die Kunden gerne aufhalten“, so Roos weiter. Dazu gehöre auch kostenfreies WLAN, was es nach der Eröffnung geben soll. „Unser Angebot wird auf die Görlitzer zugeschnitten und modern sein“, sagt Roos. Schließlich gilt das Center als Nahversorger für rund 282 000 Menschen.

Inzwischen ist auch die Vermietungsakquise angelaufen, wie der CEV-Bereichsleiter erklärt. Interessenten, die sich in das moderne Center einmieten wollen, gebe es viele. Immer noch nicht unter Dach und Fach ist jedoch der Vertrag mit der Fastfood-Kette Burger King, die auf dem Parkplatz ein eigenes Restaurant eröffnen will, wie die SZ schon berichtete. „Wir gehen aber davon aus, dass wir bis Weihnachten alles mit der Fastfood-Kette geklärt haben“, sagt Philipp Roos, ohne den Namen der Kette zu nennen. Insgesamt liege man aber bei dem Gesamtvorhaben im Zeitplan, so der CEV-Bereichsleiter. Ende Mai 2018 wolle man die große Neueröffnung feiern.

Bis dahin ist das Team um Centermanager Claus-Dieter Koziel gefragt. Alles – von der Müllentsorgung bis zum Telefonanschluss – landet bei ihm auf dem Tisch. „Ich bin mindestens einmal in der Woche bei jedem Mieter und erkundige mich, ob es Probleme gibt“, beschreibt er. Bislang hat der gebürtige Rheinländer alle klären können. „Und wir geben uns Mühe, damit das auch weiter so bleibt“, sagt er.