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Mittwoch, 28.09.2016

Festungsbau zur Einheitsfeier

Von Kay Haufe

Bloß nicht einschüchtern lassen: Auch wenn die Betonklötze am Dr.-Külz-Ring gut zwei Tonnen wiegen, sollen sie lediglich Terroristen abschrecken, nicht aber gut gelaunte Festbesucher.
Bloß nicht einschüchtern lassen: Auch wenn die Betonklötze am Dr.-Külz-Ring gut zwei Tonnen wiegen, sollen sie lediglich Terroristen abschrecken, nicht aber gut gelaunte Festbesucher.

© Sven Ellger

Große Ereignisse werfen in Dresden keine Schatten voraus, dafür Kolonnen von Materiellastern und Heerscharen von Helfern über die Innenstadt. Am Külz-Ring entsteht eine Zeltstadt mit spitzen Dächern, ihre große, moderne Schwester auf dem Altmarkt ist bereits seit dem Wochenende aufgebaut.

Bagger transportieren massive Betonblöcke, mit denen das Festgelände abgegrenzt wird. Stewards in orangefarbenen Warnwesten sperren einzelne Bereiche ab und laufen geschäftig umher. Dresden ist in Hab-Acht-Stellung: Gespannt auf den hohen Besuch von Bundeskanzlerin und -präsident, in Vorfreude auf das dreitägige Bürgerfest und in Sorge aufgrund der Sprengstoffanschläge am Montagabend.

Trotzdem will sich die Gastgeberin in Bestform präsentieren. Provisorisch abgesperrte Lagerplätze vor der Goldenen Pforte passen da nicht ins Bild. Weg damit. Die Firma Dreßler Bau hat das dort gelagerte Baumaterial, das für die Rathaussanierung nötig war, auf die Lohrmannstraße transportiert.

Damit in wenigen Tagen Gastrowagen und Sitzbänke dort aufgebaut werden können, wurden die Höhenunterschiede mit Asphaltrampen ausgeglichen. Statt auf verwilderte Ecken mit hohen Brennnesseln schaut der Besucher nun auf frisch-grünen Rasen, der aussieht, als wachse er seit Jahren dort. „Wie gut, dass es Rollrasen gibt“, sagt Bauleiter Konrad Griepentrog. Einen Streifen davon haben seine Mitarbeiter auch um die Grünfläche an der Trümmerfrau verlegt. „Damit es gut aussieht, wenn die Kanzlerin kommt.“ Rund 25 000 Euro haben Beräumung, Asphalt und Rollrasen gekostet, bezahlt von der Stadt.

Und die steuert noch weitaus mehr Geld für die Feierlichkeiten bei. Insgesamt rund 80 000 Euro, wie Stadtsprecher Kai Schulz sagt. Damit werden der Empfang der Bürgerdelegation durch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) im Rathaus, die Eintragung ins Goldene Buch durch die Verfassungsorgane im Verkehrsmuseum, das Islamische Neujahr und kleinere Positionen beglichen.

Außerdem hat die Dresden Marketing GmbH DMG rund 100 000 Euro für die Bespielung der Fläche vor dem Rathaus und eine Pressereise zur Verfügung gestellt. Personalkosten durch Genehmigungen und organisatorische Unterstützung oder den Einsatz des Ordnungsamtes ließen sich nicht beziffern, so Schulz.