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Freitag, 12.01.2018

Fernbus-Reisen nach Chemnitz jetzt erlaubt

Bisher gab es ein Verbot, um den Regionalverkehr zu schützen. Doch die Bahn braucht seit Dezember länger von Dresden nach Chemnitz.

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Flixbus fährt nun auch direkt zwischen Dresden und Chemnitz
Flixbus fährt nun auch direkt zwischen Dresden und Chemnitz

© PR

Die Bahn bekommt auf der von der Mitteldeutschen Regiobahn betriebenen Strecke Dresden–Chemnitz Konkurrenz: Zwischen beiden Städten ist seit dem 5. Januar auch das Fernbusunternehmen „Flixbus“ unterwegs, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Die Fahrt wird zu Preisen ab fünf Euro angeboten. Unterwegs sind die Passagiere eine gute Stunde. Abfahrt ist an der Bayrischen Straße hinterm Hauptbahnhof. Die Bahn bot am Donnerstagnachmittag Sparpreise von 16 Euro an, wie eine Testbuchung ergab. Die Fahrzeit ist laut Plan vier Minuten kürzer als mit dem Bus.

Zwar ist „Flixbus“ schon in den letzten Jahren zwischen beiden Städten gefahren, zum Beispiel auf dem Weg nach München. Allerdings durften keine Tickets für die Teilstrecke Dresden–Chemnitz verkauft werden. Der Grund: Das Personenbeförderungsgesetz erlaubt nur Fernbusfahrten auf Routen, die länger als 50 Kilometer sind oder mit der Bahn höchstens eine Stunde dauern. Damit soll der Nah- und Regionalverkehr geschützt werden. Durch eine Fahrplanumstellung bei der Bahn im Dezember ist der Regionalexpress jetzt eine Stunde und eine Minute unterwegs. „Flixbus“ hatte daraufhin eine Genehmigung für die Strecke beim Freistaat beantragt und auch bekommen.

Seit vergangener Woche werden nun täglich bis zu zehn umsteigefreie Fahrten ab Dresden angeboten. „Weitere Verbindungen sind in Planung“, so ein Sprecher des Münchener Unternehmens. Die Bahn ist knapp 40-mal in Richtung Chemnitz unterwegs. „Neben den notwendigen Verbesserungen auf der Schiene beleben die Fernbusangebote den Wettbewerb und schaffen mehr Auswahl für Reisende“, sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst am Donnerstag.

Laut Flixbus sei bislang Berlin das beliebteste Fernbus-Reiseziel der Dresdner, gefolgt von Prag und Leipzig. (SZ/sr)

Hinweis: Die Strecke Dresden-Chemnitz wird, anders als in einer früheren Version dieses Artikels geschrieben, von der Mitteldeutschen Regiobahn betrieben.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 21 Kommentare

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  1. kf

    Fährt db überhaupt Dresden_Chemnitz? Die Strecke wird doch von MRB angeboten, oder?

  2. bahner

    ... und wieder werden Kunden von der Bhan auf die Straße gelockt. Wieder verlagert sich Verkehr von der Schiene auf die Straße. Wann werden Fernbusunternehmen endlich genauso behandelt wie die Bahn? Welche Trassennutzungsgebühr zahlt der Bus? Keine! Man sollte doch wenigstens die Maut für Busse einführen. Warum müssen die Städte für Busbahnhöfe sorgen? Sollen doch die Busunternehmen ihre eigenen Haltestellen und Busbahnhöfe bauen! Ist doch eh nur noch ein Busunternehmen am Markt übrig. Diese Kosten würden dann Dumpingpreise verhindern und den Wettbewerb Straße - Schiene ein wenig gerechter machen.

  3. Haju

    bin einmal mit Flixbus von DD nach Prag und zurück. Einmal und nicht wieder dann lieber etwas mehr bezahlen und vernünftig sitzen . auf den Plätzen lag noch der McDonalds Müll von den vorherigen Fahrgästen usw.

  4. MuellerF

    @2: Die DB hat sich die Suppe mit ihrer jahrelangen kundenunfreundlichen Preis- & Verkehrspolitik selbst eingebrockt! Nebenbei bemerkt betreibt auch die DB eine eigene Fernbuslinie; das wäre wohl kaum nötig, wenn auf der Schiene alles flutschen würde...

  5. kf

    @2: "Die Bahn" ist in diesem Fall eben nicht wahr. "Die Bahn" gibt es nicht. Zahlreiche Teilfirmen im Schieneverkehr führen zu seltsamen Kostenkonstrukten. Gerade auf dieser Strecke ist es doch zum Beispiel so, dass der Verkehrsverbund(MVS) die Züge gekauft hat, den Betrieb ausgeschrieben hat(MRB ist aktuell Betreiber) und die Schienen von einer DB Tochter bereitgestellt werden. Alle berechnen sich gegenseitig Gebühren und schieben bei Problemen den schwarzen Peter anderen zu. Und zum Thema Busbahnhöfe: dort wo elche existieren bezahlen die Fernbusunternehmen für jede Aankunft und Abfahrt Geld, also verdienen die Eigentümer dran. Macht "Die Bahn" ja auch so. Und der Bus zahlt die "Trassennutzungsgebühr" über KFZ Steuer und Mineralölsteuer.

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