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Montag, 11.09.2017

Fehlt dem Wahlzettel eine Ecke?

Mancher Wähler wundert sich, dass bei den Stimmzetteln eine Ecke abgeschnitten ist. Dafür gibt es einen guten Grund.

Von Franz Werfel

So sehen die Stimmzettel und die Blindenschablonen aus.
So sehen die Stimmzettel und die Blindenschablonen aus.

© Foto: Landratsamt

Pirna. Im Landratsamt häufen sich Anfragen von Wählern. Sie haben bemerkt, dass bei den Stimmzetteln die obere rechte Ecke fehlt. Thomas Obst, Wahlleiter im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, zufolge hat mancher Wähler schon die Gültigkeit des Stimmzettels angezweifelt und sich gefragt, ob mit den Zetteln korrekt gewählt werden könne. „Diese Bedenken sind absolut unbegründet“, sagt Thomas Obst.

Für die fehlenden Ecken gibt es einen guten Grund. Damit auch blinde und sehbehinderte Menschen selbstbestimmt, allein, geheim und frei wählen können, stellt der sächsische Blinden- und Sehbehindertenverband für jede Wahl Stimmzettelschablonen bereit. Bei dieser Bundestagswahl haben die Schablonen für die Erst- und die Zweitstimme je 25 Stimmfelder. Daneben sind kleine Löcher ausgestanzt, in die die Wähler ihr Kreuz setzen können.

„Die abgeschnittene obere rechte Ecke dient zur Orientierung beim Einlegen des Stimmzettels in die Schablone“, sagt Thomas Obst. Seit diesem Jahr ist in der Bundeswahlordnung ausdrücklich geregelt, dass die rechte obere Ecke gelocht oder abgeschnitten sein muss.

Jens Fritzsch leitet in Leipzig die Beratungsstelle des sächsischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. „Auf den Schablonen stehen in Blindenschrift nur die 25 Stimmfelder. So müssen wir nicht für jeden Wahlkreis extra Schablonen machen“, sagt er. Mit einer Hör-CD, die den Schablonen beiliegt, erfassen blinde Wähler, an welcher Stelle auf den Stimmzetteln welcher Kandidat oder welche Partei steht.

Kostenlose Stimmzettelschablonen gibt es gratis beim Blinden- und Sehbehindertenverband in Dresden, unter Telefon 0351 8090611 oder per Mail hier

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