Samstag, 17.11.2012

Fast 50 Kinder bei Busunfall in Ägypten ums Leben gekommen

Wieder einmal haben die völlig veralteten Bahnanlagen in Ägypten zu einem schweren Verkehrsunfall geführt. Ein Schulbus mit 60 Kindern an Bord wurde von einem heranrasenden Zug erfasst.

Istanbul/Kairo. Beim Zusammenstoß eines Schulbusses mit einem Zug sind in Ägypten mindestens 50 Menschen getötet worden, darunter mehr als 40 Kinder. Weitere 18 Menschen wurden verletzt. Das Unglück ereignete sich am Samstagmorgen in der südlichen Provinz Assiut. Rund 60 Kinder saßen den Behörden zufolge im Bus, als dieser vom Zug an einem Bahnübergang der Stadt Manfalut, rund 350 Kilometer von Kairo entfernt, erfasst wurde. Die meisten Kinder waren vier bis sechs Jahre alt.

Das Staatsfernsehen berichtete unter Berufung auf das Transportministerium, dass der Busfahrer wohl versucht habe, die Gleise noch in letzter Sekunde zu überqueren. Er und zwei Busbegleiter wurden bei dem Unfall ebenfalls getötet, hieß es.

Als Reaktion auf den Unfall reichte der Transportminister Mohammed Raschad al-Matini seinen Rücktritt ein. Präsident Mohammed Mursi ließ über seinen Sprecher erklären, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei, um die Verantwortlichen für das „tragische Unglück“ zu finden. Ministerpräsident Hischam Kandil wollte laut Staatsfernsehen noch am Nachmittag die Unfallstelle besuchen.

Ungesicherte und völlig veraltete Bahnanlagen führen in Ägypten immer wieder zu schweren Unfällen. Die Signalvorrichtungen sind zum Teil noch handbetrieben, Schranken an den Übergängen gibt es kaum. Meist sind Nachlässigkeit und menschliches Versagen die Unfallursachen. Das gilt auch für Busunglücke, die sich oftmals auch wegen waghalsiger Manöver der Fahrer ereignen.

Das schlimmste Unglück in Ägyptens Bahngeschichte ereignete sich im Jahr 2002. Damals verbrannten in einem völlig überfüllten „Arme-Leute-Zug“ südlich von Kairo 361 Menschen in den Waggons, weil die Fenster vergittert waren. Jährlich kommen nach ägyptischen Medienberichten rund 7000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben - Tendenz steigend. (dpa)