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Donnerstag, 19.02.2015

Fast 1 000 neue Wohnungen am Postplatz

In gut zwei Jahren sind die Flächen bebaut. Auch die Postruine bekommt eine Perspektive.

Von Bettina Klemm und Peter Hilbert

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Mit dem Zwingerforum und dem Hotel Motel one (Bild Mitte) wurde der Anfang gemacht. Nun werden die Flächen am Postplatz rundherum bebaut. Fotos: Jürgen-Michael Schulter, Sven Ellger, Visualisierungen: Baywobau Dresden (2), CG Gruppe, Revitalis
Mit dem Zwingerforum und dem Hotel Motel one (Bild Mitte) wurde der Anfang gemacht. Nun werden die Flächen am Postplatz rundherum bebaut. Fotos: Jürgen-Michael Schulter, Sven Ellger, Visualisierungen: Baywobau Dresden (2), CG Gruppe, Revitalis
  • Mit dem Zwingerforum und dem Hotel Motel one (Bild Mitte) wurde der Anfang gemacht. Nun werden die Flächen am Postplatz rundherum bebaut. Fotos: Jürgen-Michael Schulter, Sven Ellger, Visualisierungen: Baywobau Dresden (2), CG Gruppe, Revitalis
    Mit dem Zwingerforum und dem Hotel Motel one (Bild Mitte) wurde der Anfang gemacht. Nun werden die Flächen am Postplatz rundherum bebaut. Fotos: Jürgen-Michael Schulter, Sven Ellger, Visualisierungen: Baywobau Dresden (2), CG Gruppe, Revitalis
  • 1: Im Merkur I ist künftig Platz für 68 Wohnungen.
    1: Im Merkur I ist künftig Platz für 68 Wohnungen.
  • 2: Im Merkur II an der Wallstraße entstehen 205 Wohnungen.
    2: Im Merkur II an der Wallstraße entstehen 205 Wohnungen.
  • 3: Palais am Postplatz heißt das Projekt in der Oberpostdirektion.
    3: Palais am Postplatz heißt das Projekt in der Oberpostdirektion.
  • 4: Das Fernmeldeamt soll einem Neubau weichen.
    4: Das Fernmeldeamt soll einem Neubau weichen.
  • 5: Im Revitalis-Projekt sind 156 Mietwohnungen geplant.
    5: Im Revitalis-Projekt sind 156 Mietwohnungen geplant.

Im Frühjahr wird sich Dresdens Postplatz in eine Großbaustelle verwandeln. Die Entscheidung der Baywobau Dresden und ihrem tschechischen Partner CTR hat Sogwirkung. Plötzlich werden weitere Flächen verkauft. So stehen im nächsten Finanzausschuss zwei Projekte auf der Tagesordnung. Leicht abgewandelt nimmt der vor 15 Jahren beschlossene Bebauungsplan Gestalt an. Ursprünglich lag der Fokus auf Büro- und Geschäftshäusern. Jetzt entstehen zumeist Wohnungen.

Projekt 1: Die Baugrube für das Haus Merkur I wird vorbereitet.

In Erinnerung an die Stadtbefestigung bezeichnet das Investorenteam Baywobau und CTR ihre Vorhaben an der Wallstraße als Merkur. Für die Nummer 1 wird derzeit die Baugrube vorbereitet. Im Spätsommer nächsten Jahres soll das 17,8 Millionen Euro teure Bauprojekt abgeschlossen sein. Es entstehen 64 Wohnungen sowie eine Postbank-Filiale.

Projekt 2: Vor Baubeginn muss eine Fernwärmeleitung erneuert werden.

Merkur II heißt ein großes Wohnbauprojekt zwischen Wall- und Marienstraße. „Die ersten archäologischen Grabungen sind erfolgt. Doch bevor wir richtig beginnen können, muss eine alte Fernwärmeleitung ausgetauscht werden“, sagt Berndt Dietze, Chef der Baywobau Dresden. Das erweise sich als kompliziert, denn die Zufahrt zur Altmarkt-Galerie müsse trotz der Baustelle gewährleistet bleiben. Nun können die Archäologen erst im Sommer die Grabungen fortsetzen. Bebaut wird die Parkplatzfläche in zwei Teilen. Im vorderen zum Postplatz entstehen 78 Wohnungen, im hinteren 127. Zusätzlich werden an der Wallstraße im ersten und zweiten Obergeschoss aus Lärmschutzgründen Büros geschaffen. Ins Erdgeschoss kommen Läden. Rund 70 Millionen Euro sollen beide Bauabschnitte kosten. 2017 werden die Wohnungen bezugsfertig sein.

Projekt 3: Neues Leben zieht in die Oberpostdirektion ein.

In ihrem Palais am Postplatz plant die Berliner CG Gruppe den Bau von 214 Wohnungen. Die noch vorhandenen Teile der mehr als hundert Jahre alten Oberpostdirektion bleiben erhalten und werden durch zwei Neubauten ergänzt. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen. Die CG-Gruppe rechnet mit eineinhalb Jahren Bauzeit und 60 Millionen Euro Investitionskosten.

Projekt 4: Altes Fernmeldegebäude soll für einen Neubau abgerissen werden.

Am Postplatz soll eine weitere Baulücke verschwinden. Dabei handelt es sich um den Zipfel zwischen Freiberger und Annenstraße. Doch bevor die Brachfläche bebaut wird, soll das alte Fernmeldegebäude aus DDR-Zeiten abgerissen werden. Das sieht auch der eingangs erwähnte Bebauungsplan vor. Das graue Betongebäude hatte die Telekom 2013 an einen privaten Projektentwickler verkauft. Dabei soll es sich um eine Berliner Investorengruppe handeln. Der beauftragte Dresdner Architekt Stefan Wolff hatte dem Bauausschuss schon einen Entwurf vorgestellt. Der sieht ein bis zum Postplatz reichendes Wohngebäude parallel zum benachbarten Zwinger-Forum vor. Nun muss der Finanzausschuss des Stadtrates in seiner nächsten Sitzung über den Verkauf von einer Ergänzungsfläche entscheiden. Dabei handelt es sich um ein 320 Quadratmeter großes Grundstück. Insgesamt seien Investitionen von 30 Millionen Euro geplant. Nach SZ-Informationen sollen in dem Neubau bis zu 300 Apartments entstehen.

Projekt 5: Revitalis plant ein Wohn- und Geschäftshaus.

Ein weiterer Grundstücksverkauf steht an der Schweriner Straße bevor. Nach SZ-Informationen will die Revitalis Real Estate die derzeitige Grünfläche an der Schweriner Straße und der Hertha-Lindner-Straße erwerben. Das Grundstück ist rund 4 600 Quadratmeter groß. An dem Entwurf haben sich fünf Architekturbüros beteiligt. Nach derzeitigen Vorstellungen sollen mit dem 25 Millionen Euro teuren Projekt 156 Mietwohnungen, eine Tiefgarage und im Erdgeschoss Läden und ein Restaurant entstehen. Aber die Revitalis Real Estate, die auch das Prager Carrée am Wiener Platz mit 241 Wohnungen errichtet, möchte derzeit noch keine Angaben machen.

Projekt 6: Schauspiel und Oper planen eine Probebühne.

Verzögert hat sich der Bau einer gemeinsamen Probebühne von Staatsschauspiel und Semperoper. Sie soll auf der Fläche neben dem Schauspielhaus entstehen. Allerdings gehört ein kleiner Teil des Grundstücks privaten Eigentümern. Diese hatten Widerspruch gegen das sogenannte Umlegungsverfahren eingelegt. Der Einspruch wurde Ende Januar abgelehnt. Legen die Eigentümer nun keine Berufung beim Oberlandesgericht ein, kann der Grundstückskauf vollzogen und die Probebühne gebaut werden.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 15 Kommentare

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  1. tschle

    Toll, Wohnungsbau in Dresden, das was alle immer anmahnen. Mal sehen wer hier das DAGEGEN-Schild heben wird! Allen Investoren gutes Gelingen!

  2. MartinX

    @tschle: Warum sollen alle einer (deiner) Meinung sein und ein dagegen Schild etwas "Schlimmes"? Alles hat sein gutes und schlechtes. Ich finde es zum Beispiel gut, dass mit der Bebauung einige Schandflecke verschwinden werden und statt Büros Wohungen entstehen. Nicht gut finde ich, dass man scheinbar auch jede verbliebene grüne Oase in der zugepflasterten Innenstadt bebauen möchte, wie es an dieser Stelle leider auch passiert. VG MX

  3. Urbanisator

    Endlich, die Schürmannsche Urbanisierung des Postplatzes rückt in greifbare Nähe. Wenn man jetzt noch den Herzögin Garten, das USD-Projekt auf der Freiberger Str. und vielleicht sogar die Vitalisierung des Aventa-Riegels dazunimmt - einfach Klasse. Dazu die Steuereinnahmen, mit denen dann wahrscheinlich sogar der von den Grünen gewünschte Wassergraben mit gebaut werden kann...

  4. Erdnuss

    @MartinX: Welche Oasen? Ich sehe hier 2 Parkplätze, 2 Ruinen und 1 Brache ohne Bäume an einer Hauptstraße. Ich hätte es aber schön gefunden, wenn auf dem Postplatz Grünflächen und Bäume wären. Die kleinen Beete auf der Steinwüste bringen gar nichts.

  5. Stadt muss verdichtet werden

    Die Bebauung der Flächen und die damit verbundene Verdichtung des Stadtzentrums ist auf jeden Fall zu begrüßen und wird noch in viel größerem Umfang in den nächsten Jahren erfolgen. Die überbreite St. Petersburger Str. und der Platz vor dem Rathaus ist auch als direkte Kriegsfolge die längste Zeit so geblieben - hier werden noch ganze Quartiere entstehen und die Straße wird sich unterordnen müssen, da der Grund und Boden viel zu wertvoll ist. Was aber gerade bei der aktuellen Neubebauung am Postplatz abzulehnen ist, sind die einfallslosen Fassaden die von übergroßen Balkonanlagen dominiert werden und das gerade aktuell beim Baugrubenaushub für das Baywobau Projekt die alte Stadtmauer mit ihren imposanten Sandsteinquadern rücksichtslos rausgebaggert wird - weil eine Tiefgarage natürlich wichtiger ist als die Erhaltung und selbstverständlich auch mögliche Integration der Stadtgeschichte in den Neubau. Hier ist das Stadtplanungsamt zwingend gefordert.

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