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Mittwoch, 14.11.2012

Familiendrama: Kinder vor Verkehrsunfall von Mutter erstickt

Die schlimmen Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Eine verzweifelte Mutter hat drei ihrer vier Kinder erstickt. Anschließend verursachte sie in Selbstmordabsicht einen Verkehrsunfall, den sie schwer verletzt überlebte. Die Leichen der drei Kinder lagen im Auto.

Die Ermittlungen zu dem schweren Unfall auf der A 92 ergaben, dass die drei leblos aus dem Autowrack geborgenen Kinder nicht an den Folgen des Verkehrsunfalles gestorben sind, sondern von ihrer Mutter schon davor erstickt wurden. Foto: dpa
Die Ermittlungen zu dem schweren Unfall auf der A 92 ergaben, dass die drei leblos aus dem Autowrack geborgenen Kinder nicht an den Folgen des Verkehrsunfalles gestorben sind, sondern von ihrer Mutter schon davor erstickt wurden. Foto: dpa

München. Das Familiendrama im bayerischen Freising ist weitgehend aufgeklärt. Die drei leblos aus dem Autowrack geborgenen Kinder sind nicht an den Folgen des Verkehrsunfalles gestorben, sondern wurden von ihrer Mutter schon davor erstickt. Das ergab die Obduktion von zwei der drei Leichen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch mitteilten. Außerdem habe die Frau ein Geständnis abgelegt. Demnach erstickte sie am Dienstag in einem Wald das sechsjährige Mädchen und die vier Monate alten Zwillinge.

Danach verursachte die 38-Jährige in Selbstmordabsicht auf der A92 bei Unterschleißheim nördlich von München einen Unfall, den sie schwer verletzt überlebte. Die Kinder im Auto waren zu dem Zeitpunkt bereits tot. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen dreifachen Mordes gegen die Frau. Ihr genaues Motiv ist bisher unklar.

Schon kurz nach Bekanntwerden des Falles hatte die Kripo Zweifel geäußert, ob die Kinder an den Folgen des Unfalles starben. Denn schon tagsüber hatte die vierfache Mutter ihrem Lebensgefährten eine SMS geschickt und darin angekündigt, die zwei Mädchen und den Jungen umzubringen. Der Mann verständigte daraufhin die Polizei und äußerte große Sorge um die Kinder der vom Ehemann getrennt lebenden Frau.

Eine Polizeistreife fuhr zur Wohnung der 38-Jährigen, in der aber niemand war. Im Freisinger Stadtgebiet fanden die Beamten später ihr Auto. Als die Fahrerin kontrolliert werden sollte, flüchtete sie. Die Streife folgte dem Auto in sicherem Abstand, musste aber tatenlos mitansehen, wie sich der Wagen auf der A92 in Fahrtrichtung Stuttgart kurz vor Unterschleißheim mehrmals überschlug und völlig demoliert liegenblieb.

Bei ihrer Vernehmung gestand die zeitweise in der Gastronomie beschäftigte Frau, sie habe sich bei dem Unfall das Leben nehmen wollen. Mit schwersten Verletzungen wurde sie in eine Klinik geflogen. Die Frau hat laut Polizei zusammen mit ihrem Ehemann ein viertes Kind, das aber beim Vater lebt. Die Zwillinge stammten von ihrem Lebensgefährten. (dpa)