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Montag, 29.04.2013

Falko Götz soll Aue retten

Der neue Trainer soll Erzgebirge Aue vor der Relegation in der zweiten Liga und einem möglichen Absturz in die dritte Liga bewahren. Sein Debüt gibt Götz am Freitag ausgerechnet bei seinem Ex-Verein Hertha BSC.

Von Tina Hofmann

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Falko Götz kommt in einer schwierigen Phase zu Erzgebirge Aue. Der Verein steckt mitten im Abstiegskampf der 2. Bundesliga.
Falko Götz kommt in einer schwierigen Phase zu Erzgebirge Aue. Der Verein steckt mitten im Abstiegskampf der 2. Bundesliga.

© dpa

Aue. Falko Götz ist zurück im deutschen Profi-Fußball. Der ehemalige DDR-Nationalspieler, der 1997 als Spieler mit Hertha BSC in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen war und danach drei Engagements als Trainer bei der Alten Dame hatte, übernahm am Montag das Amt beim Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue. Gleich bei seinem Debüt kehrt der 51-Jährige am Freitag in die Hauptstadt zurück und will mit den Sachsen wichtige Punkte im Abstiegskampf sammeln. „Man kann an einigen Stellschrauben drehen, vor allem hinsichtlich der Konzentration. Ich appelliere an die Fans und das Umfeld, uns in allem Maße zu unterstützen“, sagte Götz bei seiner Präsentation und meinte zur Rückkehr nach Berlin nur: „Ich könnte mir einen schlimmeren Gegner und eine schlimmere Situation vorstellen. Hertha hat sein Ziel bereits erreicht und ich gratuliere ihnen dazu.“

Der gebürtige Sachse betrat am Montag um 10.22 Uhr mit zielgerichtetem Blick und guter Laune die Geschäftsstelle im Erzgebirge. Knapp eine dreiviertel Stunde später war seine Verpflichtung offiziell. Zusammen mit dem neuen Assistenten Mirko Reichel, der bereits von Januar bis April 2008 die „Veilchen“ als Co-Trainer von Roland Seitz betreute, soll er den Verein vor der Relegation und dem möglichen Absturz in die dritte Liga bewahren. Götz erhielt einen Zweijahresvertrag für die 2. Bundesliga. Im Falle eines Abstieges wird der Vertrag mit Götz neu verhandelt.

„Mit den beiden haben wir ein Team gefunden, das zu uns passt. Wir wollen mit ihnen die nächsten drei Spiele angehen“, erklärte Aue-Präsident Lothar Lässig, der erstmals auch Gründe für die überraschende Trennung von Chef-Trainer Karsten Baumann und Co-Trainer Marco Kämpfe am Sonntag nannte. „Wir hatten Herrn Baumann im Januar ein neues Vertragsangebot vorgelegt. Er hat sich daraufhin drei, vier Spiele Bedenkzeit erbeten. Er wusste noch nicht, ob er im Erzgebirge bleibt. Nach der Bemerkung am Samstag nach dem Spiel, dass ihm die Meinung einiger im Erzgebirge scheiß egal sei, mussten wir handeln und ich stehe zu unserer Entscheidung“, begründete der 59-jährige Präsident. Aue steht momentan mit 31 Punkten auf Tabellenplatz 15 und hat drei Spieltage vor Saisonende drei Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz 16.

Trainer Götz hat zuletzt für einige internationale Vereine Honorararbeit geleistet und dabei „viele Spiele der ersten, zweiten und dritten Liga gesehen.“ Über seine neue Mannschaft ist er ebenfalls bestens informiert. „Taktisch und von der Bereitschaft her konnte man ihnen in den vergangenen Spielen überhaupt nichts vorwerfen. Die Einstellung hat gestimmt, dass ist das Allerwichtigste und sie haben den Abstiegskampf angenommen“, erklärte der ehemalige Trainer von Hertha BSC, TSV 1860 München, Holstein Kiel und Vietnam. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Thüringer

    Präsidenten müssen in Aue immer mal ihr Ego spielen lassen, um Macht und Einfluss zu demonstrieren. Problematisch wird das vor allem dann, wenn sich in den Präsidien die Meinung durchsetzt, man müsse sich den Gepflogenheiten des Profifußballs ohne Berücksichtigung der lokalen Besonderheiten anpassen. Paart sich diese Gemengelage schließlich mit fachlicher Inkompetenz und die „Einflüsterer“ gewinnen an Einfluss, ergibt sich eine Situation wie vor/nach der gestrigen Entlassung Baumanns. Natürlich lässt sich der „Neururer-Effekt“ in Bochum nicht wegdiskutieren, man sollte allerdings berücksichtigen, dass es sich um einen Trainer handelt, dessen Naturell nahezu hundertprozentig in das „Malocherimage“ des VfL passt. Nicht vergessen werden sollte dabei aber auch, dass die Verweilzeiten des Trainers Neururer bei den einzelnen Vereinen im Laufe der Jahre immer kürzer wurden, der „Neururer-Effekt“ folglich immer schneller verpuffte. Für einen Verein, dessen Erfolge in der Vergangenheit auf Solidität und zumindest etwas längerfristigem Denken beruhten, ist eine derartige Feuerwehraktion nach meiner Überzeugung wenig sinnvol

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