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Freitag, 14.07.2017

Fahrplan der Eisenbahnfreunde steht

Im kommenden Jahr soll die Kleinbahn wieder rollen. Davor wird sich auf dem Gelände einiges verändern.

Von Cathrin Reichelt

Auf dem Abschnitt des Geländes der Rauschenthalbahn, den Michael Schlegel mäht, sollen Parkplätze entstehen.
Auf dem Abschnitt des Geländes der Rauschenthalbahn, den Michael Schlegel mäht, sollen Parkplätze entstehen.

© Dietmar Thomas

Waldheim. Nachdem der Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Vorsitzenden der insolventen IG Kleinbahn Waldheim-Kriebstein Hans-Rolf Küpper und dem Verein Waldheimer Eisenbahnfreunde in Frühjahr Gerichtsentscheid beigelegt wurde (DA berichtete), haben die Eisenbahnfreunde Handlungsfreiheit. Fast jedenfalls. Denn der Container, der Küpper zugesprochen wurde, steht noch auf dem Vereinsgelände und damit im Weg. „Wir hatten Herrn Küpper eine Frist zur Abholung gesetzt. Aber er ist nicht erschienen“, sagt Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Die Stadt werde ihn jetzt noch einmal mit Nachdruck auffordern, den Container zu entfernen.

Die Vereinsmitglieder wollen als Nächstes auf dem Gelände der Rauschenthal-bahn einen Parkplatz anlegen. Vor den Eisenbahnschwellen gleich neben der Einfahrt zum Bahnhof sind 17 normale und zwei Behindertenstellflächen geplant. Die Fläche wird mit Rasengitter aus Beton befestigt. Das langgestreckte Areal wird mit Holzpfählen, zwischen die Schiffstaue gespannt werden, in U-Form eingezäunt. „Außerdem pflanzen wir dort zwei Zierkirschen, die uns gespendet wurden“, so Vereinsvorsitzender Andreas Lässig. Aus dem Programm der Integrierten Ländlichen Entwicklung (Ile) erhält der Verein für den Parkplatzbau 3 000 Euro Fördergeld. Dazu kommen 500 Euro Eigenmittel. „Gefordert wird außerdem eine Eigenleistung im Wert von 1 700 Euro. Aber wir werden weit darüber liegen“, so Lässig. Voraussichtlich Ende kommender Woche werden die Arbeiten beginnen. Der Vereinsvorsitzende rechnet mit mindestens einem Monat, bis die 920 Platten verlegt sind.

Das Parken war bisher für Besucher der Rauschenthalbahn ein Problem. Denn Stellflächen gab es nur auf dem alten Holzplatz hinter dem Bahngelände. Auf dem ragen noch Fundamente von alten Gebäuden aus dem Boden, die die Vereinsmitglieder stets absperren mussten. Der Zugang zum Vereinsgelände erfolgte von dort aus über die Gleise, was gefährlich war.

Spätestens im kommenden Jahr wollen die Kleinbahner wieder regelmäßige Fahrten anbieten. Aus der Insolvenzmasse haben die Eisenbahnfreunde fünf Loks und mehrere Waggons erhalten. Der Personenwagen braucht eine Frischekur. „Wir wollen ihn mit Brettern beschlagen. Dann ähnelt er dem Waggon, der zur Vereinsfeier gefahren ist“, erklärt Andreas Lässig. Auch innen soll sich etwas verändern. Bisher haben die Fahrgäste auf alten Straßenbahnsitzen Platz genommen, die in einer Zweierreihe hintereinander angeordnet waren. Die werden entfernt und durch lange Bänke ersetzt, sodass die Passagiere seitlich zur Fahrtrichtung sitzen. „In der Mitte erhält der Waggon auf einer Seite eine Tür für den Zustieg von Rollstuhlfahrern“, sagt Lässig. Zwei Rampen, an die der Zug heranfahren kann, sind schon vorhanden. Das Landratsamt Mittelsachsen hatte dafür 5 000 Euro Fördergeld zur Verfügung gestellt.

„Die Lok, die den Waggon auch bisher gezogen hat, ist einsatzbereit“, so Lässig. Zwei Vereinsmitglieder und zwei externe Kleinbahnfans besitzen die Ausbildung zum Führen einer solchen Lok. Ein Mechaniker, den der Verein länger suchte, ist inzwischen gefunden.

Dritter Schwerpunkt ist das Stationshaus. Das soll bis zum Tag des offenen Denkmals am 10. September fertig sein. Ein wenig hängt das von der Zeit des Zimmermanns ab, die er für die Aufarbeitung von drei Fenstern und einer Tür erübrigen kann. Diese durften die Rauschenthaler behalten, nachdem sie in Zöthain bei Lommatzschbeim Abriss eines baugleichen maroden Hauses geholfen hatten. Auch die Esse fehlt ebenfalls noch und der Boden muss verlegt werden.

Die Fahrten sollen wieder von Unterrauschenthal bis zur Schillerhöhe gehen. Auf dieser Strecke befindet sich aber die Lindenhofbrücke. „Uns liegt jetzt das Gutachten über deren Zustand vor. Es ist eine umfangreiche Sanierung notwendig“, sagt Bürgermeister Ernst. Zum Beispiel müssten die Laufroste auf der Brücke erneuert werden, falls die Kleinbahn dort ungewollt halten und die Fahrgäste aussteigen müssten. Für die Sanierung will die Stadt nun Fördergeld beantragen.