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Fachbetrieb lackiert in nächster Generation

Kein Stillstand in der Autolackiererei Goldammer in Reinsdorf:

20.04.2017
Von Marion Gründler

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eb lackiert in nächster Generation
Rico Bebersdorf bei sogenannten Finish-Arbeiten, um letzte störende Partikel wegzuschleifen. | Foto: Marion Gründler

Anfang dieses Jahres gingen die Geschicke des Dienstleisters in die Hände von Lackiermeister André Goldammer über. Der Generationswechsel war langfristig vorbereitet worden.

Einmal muss Schluss sein. Oder doch nicht so ganz? Dietmar und Jutta Goldammer verabschiedeten sich zwar offiziell zu Beginn dieses Jahres in den Ruhestand und übergaben Sohn André die Geschicke der Werkstatt. Doch der vielgepriesene Ruhestand fällt bei Goldammers doch etwas unruhig aus. Denn so ganz loslassen können beide nicht. Mit Gründung der Lackierwerkstatt im Waldheimer Ortsteil Reinsdorf vor nunmehr 32 Jahren prägte der Betrieb das Leben der Familie. Das lässt sich nicht so ohne Weiteres abschütteln. So ist Firmengründer Dietmar Goldammer zu großen Teilen in den Hol- und Bringe-Dienst von Fahrzeugen eingespannt. Der gehört schließlich schon lange zum gern genutzten und bei Kunden sehr beliebten Service. Doch grundsätzlich empfindet Dietmar Goldammer die Übergabe als eine Entlastung. „Ich habe jetzt mehr Zeit zum Skifahren oder für eine entspannte Runde mit dem Fahrrad“, bekennt er.

Lackiert wird alles, worauf Farbe hält

Der Betrieb ist weit über die Grenzen des Altkreises Döbeln bekannt für die Qualität der Arbeit, und dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um die Komplettlackierung der gesamten Karosse oder kleine „Parkplatzrempler“ handelt. Für das gut ausgebildete Team gehören solche Arbeiten zum täglichen Brot. „Wir lackieren alles, worauf Farbe hält“, betont Chef André Goldammer, und macht sich damit die Maxime seines Vorgängers zu eigen. So schätzen metallverarbeitende Betriebe auf dem Sektor der Industrielackierung den Service des alteingesessenen Unternehmens genauso wie Autohäuser und freie Werkstätten, bis hin zum ganz normalen Pkw-Besitzer. Lackieren ist heikel und auch immer eine Frage von Farbgefühl und einem sehr kritischen Auge - trotz genormter Farbnummern.

„Von unserer Arbeit darf nichts zu sehen sein“

So macht sich der Fachbetrieb unter anderem das Know-how von „Glasurit“ zunutze, wenn die zum Teil tief gezogene „Schürze“ an der Front des Fahrzeuges Kratzer oder leichte Dellen abbekommen hat. Wie schnell das gehen kann, hatten die Automobilisten erst im vergangenen Winter erleben müssen, als verharschte Schneeberge Straßen und Parkplätze verengten oder unpassierbar machten. Die Beseitigung der kleinen Schönheitsfehler hat es allerdings in sich. Etwa 20 Arbeitsschritte sind dabei erforderlich. Vom Reinigen der betroffenen Stelle und der Bestimmung des exakten Farbtons, übers Abdecken, Schleifen, Spachteln und Grundieren, bis hin zum Auftragen von Basis- und Klarlack und der abschließenden Trocknung investieren die Fachleute viel Zeit und Fingerspitzengefühl in die Karosse. Nach der Behandlung ist kein Unterschied mehr sichtbar. „Und das ist die Kunst beim Lackieren“, unterstreicht André Goldammer. „Von unserer Arbeit darf absolut nichts zu sehen sein. Wenn wir das erreicht haben, sind wir zufrieden.“

Werkstatt bildet aus

Derzeit haben Goldammers gut zu tun. Neben Reparaturen sind Lackversiegelung und -politur zu jeder Jahreszeit gefragt. Der Platz im Innenhof gerät an seine Grenzen. Neben Lackiermeister André Goldammer hantieren fünf ausgebildete Lackierer in den Werkshallen. Hinzu kommt ein Azubi im zweiten Lehrjahr. Und im Herbst erhält der Familienbetrieb Zuwachs, wenn eine junge Frau in ihre Ausbildung zur Fahrzeuglackiererin einsteigt. „Stillstand gibt es bei uns nicht“, unterstreicht André Goldammer. Und so plant er schon mal die Erweiterung der Stellflächen auf dem Betriebsgelände. Die würde nicht riesig ausfallen, das gebe das Terrain nicht her. „Aber wir wollen immerhin so bauen, dass die Abläufe durch mehr Platz erleichtert werden.“