Mittwoch, 21.11.2012

Euro verdaut ersten Schock über geplatzte Griechenland-Verhandlungen

Frankfurt/Main. Nach dem ersten Schock über die geplatzten Verhandlungen zur umfassenden Schuldenlösung für Griechenland hat sich der Euro am Mittwoch wieder erholt. Die Gemeinschaftswährung hatte im frühen Handel mehr als einen halben Cent eingebüßt, dann aber die Verluste im Tagesverlauf nahezu komplett wieder aufgeholt. Gegen Mittag eroberte der Euro die Marke von 1,28 US-Dollar zurück und stand zuletzt nur noch leicht im Minus bei 1,2808 Dollar.

Der Markt habe den ersten Schock rasch verdaut, sagten Händler. Insgesamt überwiege das Vertrauen in die Politik, das pleitebedrohte Griechenland nicht fallen zu lassen. Die Hoffnung auf rasche Auszahlungen der Hilfsgelder sei weiter hoch.

Dennoch blieb Unsicherheit auch gerade an den Aktienmärkten. Anleger reagierten auf die weitere Verzögerung sichtlich verstimmt, erklärten Marktexperten. Laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble waren die in Brüssel diskutierten Fragen so kompliziert, dass es keine abschließende Lösung gegeben habe.

Auch am Markt fehle am Mittwoch die klare Richtung, erklärten Händler. Nach dem Kursplus von mehr als drei Prozent seit der Vorwoche büßte der Dax im Mittagshandel 0,10 Prozent auf 7166 Punkte ein. Der Leitindex der führenden europäischen Titel EuroStoxx 50 lag mit 0,08 Prozent knapp im Plus bei 2511,59 Punkten.

Trotz hoher Aufmerksamkeit, einer Menge Vorbereitung und stundenlanger Verhandlungen ist es nicht gelungen, zu einer Lösung für den am schwersten angeschlagenen Krisenstaat Griechenland zu kommen, sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Markets. Die Folge sei weitere Unsicherheit - zumindest bis kommenden Montag. Dann wollen die internationalen Geldgeber weiter debattieren. (dpa)