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Dienstag, 11.11.2014

Essen wird teurer

Die Essenversorger sagen, der Mindestlohn sei schuld. Eltern müssen mit bis zu 20 Prozent Preisanstieg rechnen.

Von Ingolf Reinsch

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Blick in die Küche der Flinken Pfanne Arnsdorf. Hier wird unter anderem für Kinder in Frankenthal und Großdrebnitz gekocht. Wie viele andere Anbieter erhöht die Küche zu Jahresbeginn die Preise – zumindest für Frankenthal. In der Großdrebnitzer Kita bleibt der Essenspreis unverändert; der Vertrag wurde erst vor Kurzem abgeschlossen.
Blick in die Küche der Flinken Pfanne Arnsdorf. Hier wird unter anderem für Kinder in Frankenthal und Großdrebnitz gekocht. Wie viele andere Anbieter erhöht die Küche zu Jahresbeginn die Preise – zumindest für Frankenthal. In der Großdrebnitzer Kita bleibt der Essenspreis unverändert; der Vertrag wurde erst vor Kurzem abgeschlossen.

© Thorsten Eckert

  • Blick in die Küche der Flinken Pfanne Arnsdorf. Hier wird unter anderem für Kinder in Frankenthal und Großdrebnitz gekocht. Wie viele andere Anbieter erhöht die Küche zu Jahresbeginn die Preise – zumindest für Frankenthal. In der Großdrebnitzer Kita bleibt der Essenspreis unverändert; der Vertrag wurde erst vor Kurzem abgeschlossen.
    Blick in die Küche der Flinken Pfanne Arnsdorf. Hier wird unter anderem für Kinder in Frankenthal und Großdrebnitz gekocht. Wie viele andere Anbieter erhöht die Küche zu Jahresbeginn die Preise – zumindest für Frankenthal. In der Großdrebnitzer Kita bleibt der Essenspreis unverändert; der Vertrag wurde erst vor Kurzem abgeschlossen.
  • Der Preisvergleich
    Der Preisvergleich

Bischofswerda. Fürs Mittagessen ihrer Kinder in Schule, Hort oder Kindertagesstätte müssen viele Eltern im Raum Bischofswerda ab Januar mehr bezahlen. Ein Großteil der Essensanbieter kündigt eine Preiserhöhung an. Die Steigerungen liegen dabei nach Auskunft der Caterer bzw. der Träger der entsprechenden Einrichtung zwischen 15 und 55 Cent pro Portion. Den größten Aufschlag gibt es bei Sodexo. Das Stolpener Unternehmen versorgt eine Neukircher und drei Bischofswerdaer Schulen sowie Kindertagesstätten in Bischofswerda, Neukirch und Rammenau. Auch für die Schüler des Goethe-Gymnasiums wird das Mittagessen im Januar teurer. Das bestätigte der Lieferant, die Kamenzer Bildungsgesellschaft, auf Anfrage der SZ. Sie nannte aber noch nicht den neuen Preis. Erst wolle man die Eltern informieren, heißt es.

Als Hauptgrund für die Preiserhöhung führen fast alle Versorger den ab Januar geltenden Mindestlohn von 8.50 Euro pro Stunde an. Entweder steigen die Lohnkosten in den Küchen selbst oder bei deren Lieferanten. Hinzu kommen höhere Lebensmittel- und Strompreise. „Der Großhandel zieht schon jetzt die Preise an“, sagt Walter Stoß, der in Schönbrunn einen Partyservice betreibt und das Mittagessen für die Kindertagesstätten im eigenen Dorf und in Rothnaußlitz liefert. Fleisch, Backwaren, Gewürze, Tomatenketchup – alles das sei teurer geworden. „Gastronomie ist von je her eine Niedriglohnstrecke“, sagt Walter Stoß. Folglich wirke sich dort der Mindestlohn auch in besonderem Maße aus. Auch Fleischermeister Gunter Thomschke, der in der Burkauer Grundschule die Küche betreibt, wird den Essenspreis erhöhen. Der war viele Jahre lang stabil. „Ich kann den niedrigen Preis nicht mehr halten“, sagt er.

Laola-Preise bleiben stabil

Weitere Essensanbieter planen im Laufe des Jahres 2015 höhere Preise – so das Evangelische Altenheim „Zur Heimat“ in Bischofswerda, wo für die christliche Kindertagesstätte „Herrmannstift“ mit gekocht wird. „Wir hatten zum 1. April dieses Jahres die Preise erhöht und werden möglicherweise zum 1. April des neuen Jahres um eine weitere Erhöhung nicht umhin kommen“, sagt der Leiter des Altenpflegeheimes Robert Geburek. Die Pulsnitzer Zentralküche Laola hält bei der überwiegenden Zahl ihrer Kunden den Preis stabil. „Die meisten Arbeitnehmer in unserem Unternehmen verdienen länger schon über den Mindestlohn hinaus. Deshalb können die Preise für das Kinderessen weiterhin konstant bleiben“, erklärte dazu Firmeninhaber Jens Ulbricht. Wo Laola zu Jahresbeginn den Preis erhöht, wie zum Beispiel in der Demitzer Schule, gab es jahrelang Stabilität – der Preis in Demitz gilt seit fünf Jahren. Bürgermeisterin Gisela Pallas: „Die Elternsprecher sprachen sich für eine Fortsetzung des Vertrages mit Laola aus. Gegenüber der Gemeindeverwaltung bestätigte das Unternehmen, die Preise in den nächsten Jahren wieder stabil zu halten.“

Kein Sonderkündigungsrecht

Die Stadt Bischofswerda prüfte aufgrund der großen Erhöhung bei Sodexo, ob sie den Vertrag mit dem Stolpener Unternehmen per Sonderkündigungsrecht auflösen kann. „Wir haben uns von einem Anwalt beraten lassen. Das Sonderkündigungsrecht greift in diesem Fall nicht, weil Sodexo bei Vertragsabschluss eine mögliche Erhöhung der Tarife angekündigt hatte“, sagte Sybille Müller, Leiterin des Amtes für Familie und Soziales. Regulär könnte die Stadt zum Schuljahresende den Vertrag kündigen. Ob sie es macht, sollen die Eltern entscheiden, deren Kind eine der betroffenen Schulen oder Tagesstätten besucht. Auf den bevorstehenden Elternversammlungen sollen sie zu dieser Frage abstimmen.