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Montag, 02.10.2017

Ersthilfe bei Essstörungen

Ein neues Online-Programm der TU-Psychologen dient dazu, die lange Wartezeit auf eine Therapie sinnvoll zu nutzen.

Das erste Ziel hieß: Weg von den Werbeplakat-Vorbildern. Mit dem Online-Programm „everyBody“ sorgten Forscher der TU Dresden bereits dafür, dass Frauen ein gutes Gefühl für ihren eigenen Körper entwickeln. Nun geht das Programm weiter. „everyBody plus“ richtet sich gezielt an Frauen mit Essstörungen. Es soll helfen, lange Wartezeiten auf eine Therapie zu überbrücken.

Die Behandlung von Essstörungen ist kompliziert und langwierig. Spezialisierte Behandlungsangebote sind rar. Insbesondere im ländlichen Raum finden Betroffene kurzfristig nur schwer einen Therapieplatz. Studien haben allerdings gezeigt, dass es Frauen mit einer Essstörung vor allem dann langfristig besser geht, wenn es ihnen frühzeitig gelingt, Essanfälle und gegensteuernde Maßnahmen wie Erbrechen zu reduzieren. Auch der persönliche Austausch zwischen Betroffenen ist abseits großer Städte schwierig. Online-Selbsthilfeangebote verkleinern diese Lücken.

Entwickelt haben „everyBody plus“ Psychologen der TU Dresden. Ziel ist es, betroffenen Frauen zu ersten Erfolgen im Hinblick auf Essverhalten und Körperbild zu verhelfen und das Auftreten von Essanfällen oder Erbrechen zu reduzieren. Das Programm besteht aus acht Sitzungen. Es vermittelt Informationen über Essstörungen und hilft Betroffenen, ihr Problem besser zu verstehen. Jede Teilnehmerin erhält wöchentlich eine individuelle Rückmeldung durch eine im Bereich Essstörungen erfahrene Psychologin und hat die Möglichkeit, sich in einem moderierten Diskussionsforum mit anderen Teilnehmerinnen auszutauschen. Eine zugehörige Smartphone-App hilft außerdem dabei, das problematische Essverhalten im Blick zu behalten und Erfolge zu protokollieren.

Im Rahmen einer Studie steht das Programm Frauen ab 18 Jahren offen. Die Teilnahme ist freiwillig, anonym und kostenlos. Frauen mit krankhaftem Untergewicht können aufgrund des erhöhten medizinischen Risikos nicht teilnehmen. (jam)

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