erweiterte Suche
Mittwoch, 19.08.2015

Erster Robotron-Komplex wird abgerissen

Das Gebäude am Georgplatz fällt, damit dort Wohnungen gebaut werden können. Am endgültigen Plan wird derzeit gearbeitet.

Von Lars Kühl

10

Bild 1 von 2

Das alte Robotron-Gebäude ist eingezäunt. Der Abriss hat begonnen.
Das alte Robotron-Gebäude ist eingezäunt. Der Abriss hat begonnen.

© Sven Ellger

  • Das alte Robotron-Gebäude ist eingezäunt. Der Abriss hat begonnen.
    Das alte Robotron-Gebäude ist eingezäunt. Der Abriss hat begonnen.
  • Der Bauträger hat eine neue Visualisierung des künftigen Viertels veröffentlicht.
    Der Bauträger hat eine neue Visualisierung des künftigen Viertels veröffentlicht.

Ein Bauzaun sperrt den Mehrgeschosser rundherum ab. Trümmer liegen vor allem hinter dem großen Haus. Daneben stehen mehrere dunkelrote Container der Firma Nestler. Gelbe Schilder warnen: „Betreten der Baustelle verboten“. Die Zeichen sind eindeutig: Die Tage des ehemaligen Robotron-Gebäudes zwischen Georgplatz und Zinzendorfstraße sind gezählt. Der Abriss des vierflügeligen Komplexes, der noch durch einen Riegel in der Mitte verbunden ist, hat jetzt begonnen.

Während nebenan im „Teppichfreund“ der Verkauf unbeirrt weitergeht und sich auf der anderen Seite zur Bürgerwiese hin die Wohnmobile in bester Innenstadtlage drängeln, macht die Firma Immokles AG inzwischen Ernst. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Gruppe Immovation aus Kassel und extra für das Dresdner Vorhaben gegründet worden. Immovation ist nicht neu in der Branche. Für Aufsehen sorgte der Kauf des historischen Areals von Schuhhersteller Salamander im schwäbischen Kornwestheim vor sechs Jahren. Seitdem entstehen dort Wohnungen und Geschäfte. Bis 2017 soll die Wiederbelebung dieses Parkes abgeschlossen sein.

Dann könnte auch hier Baustart für das Projekt „Lingner Altstadtgarten“ sein. So zumindest erklärt es Immokles in einem Film auf Youtube, der besonders die Vorzüge des Standortes hervorhebt. Im dritten Quartal 2017 soll Beginn sein. Ein möglicher Abschluss für das rund 98 000 Quadratmeter große Areal wird allerdings nicht vor 2025 erwartet.

Bedingung ist sowieso ein gültiger Bebauungsplan für das gesamte Gebiet zwischen St. Petersburger und Lennéstraße. Im November 2014 wurde mit der Arbeit daran begonnen. Zu den Vorentwürfen können dann auch die Bürger und Interessensträger ihre Bedenken abgeben, erklärt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU). Ein Stadtratsbeschluss über den Bebauungsplan wird es frühestens im nächsten Jahr geben. Bis dahin kann sich an der künftigen Gestaltung dieses großen und für die Innenstadtbebauung wichtigen Areals noch einiges ändern.

Der Immokles AG gehört seit November 2014 ein Großteil davon. Das Unternehmen will ein Stadtquartier entwickeln, mit verdichteter Bauweise und hoher Qualität. Geplant sind 2 500 Wohnungen. Die sollen in Blöcken am Rand des Areals Platz finden. Die Gebäude könnten über fünf bis sieben Geschosse verfügen und jeweils einen Innenhof umschließen.

Bis die Ersten einziehen, wird es allerdings noch ein langer Prozess sein. Vor allem muss geklärt werden, wo genau die einzelnen Quartiere auf dem gesamten, alten Robotron-Areal hingebaut werden. Vorzugsvariante der Stadt ist es, entlang der verlängerten Herkulesallee die Häuser hochzuziehen. Eine Sichtachse zum Rathaus hin ist das Ziel. Die Wiederaufnahme der Lingnerallee als prächtiger Straßenzug mit Gebäuden rechts und links, so wie es vor der Bombardierung Dresdens 1945 auf der damaligen Johann-Georgen-Allee war, ist nicht vorgesehen. Bleibt es an der Lingnerallee grün, müsste die Stadt aber mehrere Privateigentümer entschädigen, die dort Parzellen besitzen und damit wertvolles Bauland verlieren würden.

Noch völlig unklar ist, was mit den Firmen geschieht, die sich derzeit in den nach wie vor genutzten Büros der alten Robotron-Gebäude auf der anderen Seite der Skater-Anlage befinden. Viele haben langfristige Mietverträge, wie auch die Cityherberge. Das Low Budget-Hotel mit seinen 134 Zimmern hat beispielsweise eine Laufzeit von über zehn Jahren. (mit SZ/hoe)

Leser-Kommentare

Seite 1 von 2

Insgesamt 10 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. moni

    Hätte man das Gebäude nicht vorübergehend für die Flüchtlinge zur Verfügung stellen können, statt diese in Zelten unterbringen zu müssen?

  2. Marion

    Nein hätte man nicht. Warum auch? Zelte sind völlig ausreichend.

  3. Unglaeubiger

    Wenn ich das "Vorschaubild" der geplanten neuen Betonklotzbloecke sehe wuerde ich vorschlagen: lasst die Robotrongebaeude doch einfach stehen!!! Durch die Neubebauung kommt es zu keiner Verbesserung ... wie bei so vielen durchgezogenen Bauvorhaben im Dresdner Zentrum.

  4. knut knebel

    Ach moni, da brauchste doch nicht bei der Abrißbude hier ankommen, da schau dir mal all die größeren Büro"komplexe" an - was da leersteht ist nicht mehr normal. Ok, kennst dich wie die meisten eben nicht aus in deiner Stadt. Das mit der Nutzbarmachung erklärt dir mal bitte ein anderer, es ist halt nicht ganz einfach in einem wohlstandsgesättigten Bürokratenland. Das ist genauso krank wie nunmehr jedes, aber auch jedes Randthema mit der Asylproblematik in Verbindung zu bringen, liebste moni. Vor paar Monaten gabs NIE auch nur irgendein "Kommentar" zum Thema Asyl. Da döste der Pöbel noch vor der Glotze - dort wo er hingehört. Zumindest fällt nun die glasklare Mediensteuerung den Medien selbst auf die Füße. Der Abriß hier geht vollkommen in Ordnung. Weg mit dem Ding.

  5. wombat

    Es ist völlig egal, wer baut und wo, es werden Kästen billigster Art, austauschbar und ohne gestalterischen Anspruch, aber mit maximaler Rendite. In Striesen, am Hauptbahnhof, Marian Garden, am Zwinger...ein Einheitsbrei. Immer ein bisschen größer als schön ist und nur das minimalste an Begrünung. Mitten im Zentrum würde Dresden mal ein bisschen Innovation gut tun. Wie im Artikel gesagt, war dort früher ein Prachtstraße. Immer wird gejammert, dass die Städte immer heißer werden, das Ozon immer mehr. Aber es wird immer mehr zugepflastert....2500 Wohnungen!! Und natürlich Parkplätze, wenn in Tiefgaragen, dann nur mit ein bisschen Gras auf dem Dach.

Alle Kommentare anzeigen

Seite 1 von 2

Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.