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Mittwoch, 06.12.2017

Erste Einsätze im Oberland

Noch hält sich der Winter zurück. Er hat Schnee und Eis nur angedeutet. Winterdienste stehen in den Startlöchern.

Von Gabriela Lachnit

Winterdienst im Oberland

Detlef Vollert vom Bauhof Ebersbach hat mit seinen Kollegen die Winterdienstflotte einsatzbereit gemacht. Am Montag waren die Leute vom Bauhof zum ersten Mal in dieser Wintersaison mit Räum- und Streufahrzeugen unterwegs.
Detlef Vollert vom Bauhof Ebersbach hat mit seinen Kollegen die Winterdienstflotte einsatzbereit gemacht. Am Montag waren die Leute vom Bauhof zum ersten Mal in dieser Wintersaison mit Räum- und Streufahrzeugen unterwegs.

© Matthias Weber

Den ersten Wintereinsatz hatten Detlef Vollert und die Leute vom Bauhof der Stadt Ebersbach-Neugersdorf am Montag dieser Woche. Torsten Kriegel, Leiter des Bauhofes, berichtet, dass dieser Einsatz ganz normal verlaufen sei. Gegen halb fünf am Morgen sind die Fahrzeuge gestartet und haben eine dünne Schneeschicht und Eis bekämpft. Wie der Winterdienst in Städten und Gemeinden des Oberlandes auf die kalte Jahreszeit eingestellt ist, erfragte die SZ.

Winterdienst im Oberland

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Ebersbach-Neugersdorf: Bauhof und Stadtwerke leisten den Winterdienst

In Ebersbach übernehmen Mitarbeiter vom Bauhof den Winterdienst, in Neugersdorf Mitarbeiter von den Stadtwerken Oberland (SWO). Das erfolge in enger Abstimmung und in Zusammenarbeit, betont der Beigeordnete Bernd Noack. Das äußere sich zum Beispiel darin, dass der Streusand für die ganze Stadt in einer großen Halle der SWO trocken lagern könne, sagt Noack. Im vorigen Jahr ist für ein Streufahrzeug ein neuer Aufsatz angeschafft worden. Der unterstützt das Ziel der Stadt, so wenig wie möglich Streusalz einzusetzen. Mit dem neuen Aufsatz könne entsprechend der winterlichen Lage genau dosiert werden, wie viel Salz gestreut wird. Man rechne pro Straßenkilometer über den gesamten Winter mit dem Einsatz von einer Tonne Streusalz. Demzufolge werden etwa 105 Tonnen gebraucht, weil die Stadt 105 Kilometer Straßen und Plätze zu beräumen hat. 140 Tonnen Streusalz sind vertraglich gebunden. Letztlich ist die Streusalzmenge von der Witterung abhängig. Die vorhandene Winterdiensttechnik reiche für das Stadtgebiet aus, so Bernd Noack. Es werden alle öffentlichen Straßen geräumt, wenn es technisch möglich ist. Auch das Streuen per Hand komme vor, unterstreicht der Beigeordnete. In der Spreequellstadt gebe es viele sehr schmale Straßen, die eine Schneeberäumung schwierig machen. Wenn dann ein parkendes Auto die Durchfahrt unmöglich macht, bleibt der Schnee liegen. Zwischen vier Uhr morgens und zehn Uhr abends sind die Winterdienstler in Ebersbach-Neugersdorf in zwei Schichten unterwegs. Parkplätze in Wohngebieten können nur beräumt werden, wenn dort keine Autos parken.

Oppach: Mitarbeiter vom Bauhof beräumen den Schnee


Der Bauhof der Gemeinde ist für den Winterdienst in Oppach zuständig. „Er ist entsprechend technisch ausgerüstet“, bestätigt Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (parteilos). Ausreichend Streugut stehe zur Verfügung. Der Winterdienst wird nach einem festen Tourenplan absolviert. Dafür sind Prioritäten festgelegt worden. In Oppach wird es auf der Bachstraße von der B 96 aus bis zur Lindenberger Straße ein eingeschränktes Halteverbot geben. Das ist notwendig, weil wegen der geringen Straßenbreite und der Einfassung durch Fußweg und Bachgeländer kein Durchkommen für den Winterdienst ist, wenn Autos dort parken. Die entsprechenden Verkehrszeichen werden mit Winteranbruch aufgestellt. Sollte über längeren Zeitraum kein Winterdienst notwendig sein, werden die Verkehrszeichen kurzfristig außer Kraft gesetzt, erklärt die Bürgermeisterin.

Neusalza-Spremberg und Friedersdorf: Hier beräumt die Stadt mit Partnern


Städtische Mitarbeiter realisieren in Neusalza-Spremberg und Friedersdorf den Winterdienst. Bei Bedarf unterstützt zum Beispiel die Produktivgenossenschaft Dürrhennersdorf, berichtet Bürgermeister Matthias Lehmann (CDU). „Die Ausrüstung zur Beräumung von Straßen und Gehwegen ist vollumfänglich vorhanden, wir nutzen ein eigenes Streusalz- und Splittlager“, ergänzt er. Streu- und Räumdienst sind in einer Prioritätenliste mit verschiedenen Räumstufen festgelegt. So gibt es in Friedersdorf zwei Räumstufen. Zufahrten zur Schule und zur Feuerwehr sowie die Dorfstraße haben Räumstufe 1. Nur bei enormen Schneemengen müssten für die Beräumung Veränderungen in der Verkehrsführung vorgenommen werden, wenn Radlader und Lkw den Schnee transportieren müssten. „Dazu war es in den letzten Jahren nicht gekommen“, ist Lehmann froh.

Dürrhennersdorf: Winterdienst erledigt die Gemeinde selbst


„Den Winterdienst erledigen wir selbst, nur bei Bedarf werden Hilfen hinzugezogen“, sagt Bürgermeister Albrecht Gubsch. Zunächst werden Kindergarten, Bushaltestellen und besonders gefährliche Stellen geräumt, danach alles andere, entsprechend der Leistungsfähigkeit, betont der Bürgermeister.

Alle angefragten Bürgermeister und der Beigeordnete betonten, dass der Winterdienst nicht überall gleichzeitig präsent sein könne. Die Bürger werden gebeten, Anliegerpflichten beim Räumen und Streuen zu beachten. Der Schönbacher Bürgermeister Uwe Petruttis (CDU) wollte der SZ keine Auskunft geben.