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Freitag, 18.02.2011

Erste Bahnlinien gestrichen

Der vom Landtag beschlossene Sparhaushalt macht sich immer mehr beim Bürger bemerkbar: Wegen der gekürzten Zuschüsse steht der Nahverkehr in der Region Leipzig vor einer Schrumpfkur. Auch in anderen Teilen Sachsens gibt es bald Einschränkungen.

Leipzig. Spätestens bis Juni werden Verbindungen ausgesetzt, ausgedünnt oder ganz gestrichen, beschloss der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL). Grund für die Rotstift-Aktion: Der Landtag hatte mit dem beschlossenen Doppelhaushalt die Mittel für den ÖPNV gekürzt. Der ZVNL muss daher rund zehn Millionen Euro einsparen.

So wird die S-Bahn-Linie S1 zwischen Leipzig-Hauptbahnhof und Miltitzer Allee in Grünau bis Ende 2013 komplett eingestellt. Auch Verbindungen der Mitteldeutschen Regiobahn müssen bluten: Die Züge der Linie MRB 5 (Flughafen/Hauptbahnhof) werden gestrichen. Hier fährt nur noch die Deutsche Bahn. Die Linien nach Borna und Geithain werden zusammengelegt. Zwischen Leipzig und Grimma entfallen drei Züge im Berufsverkehr.

Heftig: Die Döllnitzbahn zwischen Oschatz und Mügeln kann nur noch bis Ende des Schuljahres finanziert werden! Dann ist Schluss. „Damit fällt das letzte überregionale Alleinstellungsmerkmal weg. Eine Entscheidung gegen den ländlichen Raum“, so Döllnitzbahn-Geschäftsführer Lutz Haschke. Der ZVNL will sich beim Freistaat um andere Geldquellen bemühen. Auch der Verein zur Förderung Sächsischer Schmalspurbahnen will kämpfen.

Wegen der gekürzten Zuschüsse wird es ab Ende Februar ähnliche Einschränkungen im Vogtland und in Mittelsachsen geben. Teilweise steigen die Preise. (mor)