Montag, 19.11.2012

Erste Ambulanz für Kinder- und Jugendgynäkologie eröffnet

Dresden. Das Universitätsklinikum Dresden hat die erste Ambulanz für Kinder- und Jugendgynäkologie in Sachsen eröffnet. Sie ist zugleich in die Kinderschutzgruppe des Klinikums eingebunden, die bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch oder Vernachlässigung aktiv wird, teilte das Uniklinikum am Montag mit. „Wichtig ist zum einen, dass wir einschlägige Verletzungen als Folge eines Missbrauchs erkennen. Das ist nicht trivial, zumal gerade bei kleinen Kindern die Heilung meist rasch verläuft“, erklärte die Kindergynäkologin Christine Hirchenhain. Alle Befunde würden gerichtsfest dokumentiert. Das erspare dem betroffenen Kind eine erneute Untersuchung.

Nach Darstellung von Hirchenhain haben Fünf- oder Sechsjährige aus psychologischer Sicht weniger Probleme mit einer gynäkologischen Untersuchung. „Für sie ist das ähnlich wie beim Kinderarzt. Sensibler wird es bei Jugendlichen“, sagte die Ärztin. Zugleich erinnerte sie daran, dass sich Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie (Ess-Brech-Sucht), die vorwiegend als psychische Erkrankungen gelten, auf die Fruchtbarkeit auswirken. „Selbst wenn das Selbstbild und damit Ernährung und Körpergewicht längst wieder stimmen, kann der weibliche Zyklus auf Jahre hinaus unterdrückt sein.“ (dpa)