Döbeln Donnerstag, 27.12.2012

Erst heim zur Familie und dann Freunde treffen

Das Café Courage ist auch am Heiligabend offen. Das Angebot finden viele gut.

Von Helene Krause

Am Heiligen Abend haben etliche Treffpunkte geschlossen. Das Café Courage gehört nicht dazu. Es bietet Jugendlichen die Möglichkeit, den Weihnachtsabend ausklingen zu lassen. Nach der Familienfeier daheim können sie Freunde treffen. Meist kommen an diesem Abend Jugendliche, die mal im Treibhaus-Verein aktiv waren, und jetzt im Ausland oder in weiter entfernten deutschen Städten arbeiten und leben. Zu Weihnachten kommen sie in die Heimat zurück und besuchen ihre Familien.

Am Heiligabend sind die Öffnungszeiten des Cafés wie an jedem anderen Tag. „Nur die Bar“, so Stephan Conrad, der Schatzmeister des Treibhausvereins, „hat länger geöffnet. Wenn es sein muss, bis zum Morgen. Da können die Gäste nach einer langen Nacht noch frühstücken.“ Auch aus dem Asylbewerberheim kämen am Weihnachtsabend Gäste. Das seien häufig die, die auch in ihrer Heimat Weihnachten feiern.

Martin Fechtner aus Gebersbach und Christian Zaspel aus Chemnitz sind Weihnachtsstammgäste im „Courage“. „Es macht Freude“, so Fechtner, „hier Kumpels zu treffen, die man lange nicht gesehen hat.“ Zaspel ergänzt: „Es ist schön, dass es diese Tradition gibt. Wenn man keine Lust auf Disko hat, ist das Café eine Alternative.“

Um Bekannte zu sehen, ist Sadiya Alieva unterwegs. Die junge Frau macht ein Praktikum beim Verein. Sie arbeitet am Projekt „Encuentro“ mit, das interkulturelle Migrationsarbeit leistet. Aus welchem Land sie stammt, möchte sie nicht sagen. „Das“, so findet sie, „ist diskriminierend. Ich bin Döbelnerin.“

Dem Treibhausverein dient das Café Courage als Begegnungs- und Veranstaltungsstätte. Er trägt dazu bei, das kulturelle Angebot des Landkreises zu bereichern und er leistet Jugend- und soziokulturelle Arbeit. Das Café Courage wird von den jungen Leuten selbst betrieben.