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Donnerstag, 07.12.2017

Erneut wollen falsche Polizisten Rentner betrügen

In Dresden und Umgebung wird es per Telefon immer wieder versucht. Einer Seniorin wurde gerade noch das Geld gerettet.

Von Peter Redlich

Symbolbild
Symbolbild

© Rolf Vennenbernd / dpa

Dresden/Radebeul. Der Versuch, älteren Bürgern ihr Vermögen abzuschwatzen hört nicht auf. Aufmerksame Bankmitarbeiter verhinderten Dienstagnachmittag, dass eine Seniorin (79) Opfer von Betrügern wurde. Die 79-Jährige hatte ein vermeintlich amtliches Schreiben aus der Türkei erhalten. Demnach läge ein Haftbefehl wegen eines dort geführten Ermittlungsverfahrens gegen die Frau vor. Der Frau würden angeblich Geldwäsche, Verbindungen zu Terrororgangen sowie Verbreitung von pornografischem Materials vorgeworfen. Zudem wird in dem Scheiben auf eine Kaution in Höhe von 12 500 Euro verwiesen. Als Ansprechpartner wurde ein Polizist vom Bundeskriminalamt mit Rückrufnummer benannt.

Wie Polizeisprecherin Jana Ulbricht schildert, rief die Dresdnerin, wie sicher von den Betrügern erwartet, bei der Nummer an. Der angebliche Polizist leitete den Anruf zu einer angeblichen Staatsanwältin weiter, die umgehend Geld von ihr forderte. Die 79-Jährige wurde aufgefordert, rund 3000 Euro abzuheben. Die Geldübergabe sollte bei einem weiteren Gespräch geklärt werden.

Nach dem Anruf begab sich die Dresdnerin zur Bank. Die Mitarbeiter waren jedoch stutzig geworden, als die Frau die Abhebung vornehmen wollte. Sie vermuteten einen Betrug und verständigten die Polizei. Ein Vermögenschaden blieb der Dame so erspart.

Ähnlich waren Betrüger auch im Kreis Meißen vorgegangen. Bei einer Radebeulerin war es gelungen, ein großes Vermögen zu ergaunern. Aus dem Dresdner Betrugsdezernat hieß es dazu, dass dahinter oft gut Deutsch sprechende türkische Banden stecken. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen zu dem jüngsten Geschehen übernommen.

Die Polizei rät: Legen Sie ein gesundes Misstrauen an den Tag. Geben Sie am Telefon keinerlei Auskünfte zu Ihren finanziellen Verhältnissen. Übergeben Sie fremden Personen niemals Geld. Ziehen Sie bei Zweifeln eine Vertrauensperson hinzu und verständigen Sie die Polizei.