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Erlebnis Lutherweg

Der Kulturbund bietet auch 2017 Touren an. Die verlaufen teils auf dem Rundweg. Rinaldo Meier will Wanderer zusammenbringen.

17.01.2017
Von Frank Korn

Lutherweg
Rinaldo Meier aus Leisnig findet den Lutherweg spannend. Auch in Leisnig und Umgebung gibt es viele Sehenswürdigkeiten, die an diesem Rundweg liegen.

© Dietmar Thomas

Leisnig. Auf den Lutherweg ist Rinaldo Meier gestoßen, als in seinem Wohnort Naunhof die Schilder dafür angebracht worden. Daraufhin hat sich der 44-Jährige, der im Leisniger Kulturbund mitarbeitet und zudem Initiator des Leisniger Stammtisches ist, näher damit beschäftigt. Im Jahr 2015 wurde die Eröffnung des letzten Teilstücks in Döbeln groß gefeiert. „Da haben wir uns gesagt, an diesem Tag wandern wir von Leisnig nach Döbeln und kommen pünktlich zur Eröffnung an“, erinnert sich Rinaldo Meier. Morgens um 8 Uhr ging es los. Der älteste Teilnehmer war 86 Jahre alt und kam aus Waldheim. Meier selbst und seine Frau sind wanderbegeistert. „Wir haben festgestellt, dass die Strecken sehr schön sind, weil sie oftmals so um die 20 Kilometer lang sind. Das ist eine Streckenlänge, die für mich noch angenehm zu laufen ist“, so Meier.

Einen Tag vor dem Reformationstag am 31. Oktober bot der Kulturbund die Wanderung von Döbeln nach Leisnig an. Rinaldo Meier fungierte als Wanderleiter. Für ihn ist die Strecke sehr interessant. Das beginnt in Döbeln mit der Nicolaikirche und dem Mirakelmann und endet in Leisnig mit dem Stadtgut, der Kirche und Burg Mildenstein. Und auch landschaftlich biete die Strecke sehr viel. Einer der Teilnehmer kam aus Burgstädt, er ist schon den Jacobsweg gelaufen. Meier könnte sich vorstellen, mit dem Leisniger Stammtisch, den er mit ins Leben gerufen hat, den Mann in Burgstädt zu besuchen, um von ihm Näheres über diese Wanderungen zu erfahren. „Doch das ist noch Zukunftsmusik“, sagt der Naunhofer.

Der Lutherweg ist ein schöner Ring, etwa 550 Kilometer ist die Strecke in Sachsen lang. Viele Städte und Sehenswürdigkeiten sind entlang des Weges zu besichtigen. Der Weg sei gut ausgeschildert. „Ich hoffe, dass es über die Jahre gepflegt wird und dass die Schilder nicht abgerissen werden“, so Rinaldo Meier.

Der Leisniger Kulturbund will mehr Menschen für das Wandern begeistern. Dabei soll der Lutherweg durchaus einbezogen werden. Es sollen aber auch Touren angeboten werden, die etwas kürzer sind, so um die fünf Kilometer. Elgine Tur de la Cruz führt die Wanderungen. Rinaldo Meier will sich in dieser Hinsicht mit einbringen und Tur de la Cruz unterstützen. „Ich bin im vergangenen Jahr schon einige Touren mitgelaufen und lasse mich nun praktisch von ihr etwas anlernen“, so Meier. Für das Jahr 2017 stehen bisher fünf Wandertermine fest. Auftakt ist am 1. April mit einer Wanderfahrt ins Kloster Altzella.

Meier schwebt vor, mit Wandergruppen aus Waldheim und Hartha in Verbindung zu treten. Er habe über den Freundeskreis Sachsenkreuz schon die ersten Kontakte geknüpft. Ein Anfang könnte darin bestehen, dass die Termine für die jeweiligen Wanderungen ausgetauscht werden. „Bei unseren Wanderungen sind schon mehrmals Teilnehmer aus Waldheim und Hartha dabei gewesen, vielleicht lässt sich das ausbauen.“

Rinaldo Meier will versuchen, den Lutherweg weiter zu laufen. Ein Problem sei jedoch, wie man nach der Wanderung wieder an den Ausgangspunkt zurückkommt, weil ja dort das Auto steht. Stempel für den Lutherweg kann man in Döbeln im Hotel Döbelner Hof erhalten, in Leisnig sei dies im Gästeamt möglich. In den Begleitheften sind zudem alle Stempelstellen aufgelistet.

Mit ihren Kindern sind Rinaldo Meier und seine Frau vor einigen Jahren einmal von einer Oma zur anderen gewandert. Von Naunhof nach Freiberg, 66 Kilometer in vier Tagen. Die ersten beiden Tagestouren jeweils mit einer Länge von etwa 20 Kilometern. Und das mit vollem Gepäck. Die Mädchen haben durchgehalten. Die ältere wandert auch heute noch gern.