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Montag, 25.01.2016

Erdbeben im westlichen Mittelmeer

Erdbeben sind im westlichen Mittelmeer nicht selten. Aber ein Beben der Stärke 6,3 ist dort ziemlich ungewöhnlich. Besonders betroffen war jetzt die spanische Exklave Melilla. Dort entstanden erhebliche Schäden.

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Eingestürzte Mauer in Melilla: Die spanische Exklave war von dem Beben besonders stark betroffen.
Eingestürzte Mauer in Melilla: Die spanische Exklave war von dem Beben besonders stark betroffen.

© dpa

  • Eingestürzte Mauer in Melilla: Die spanische Exklave war von dem Beben besonders stark betroffen.
    Eingestürzte Mauer in Melilla: Die spanische Exklave war von dem Beben besonders stark betroffen.
  • Etwa 60 Kilometer nördlich der marrokanischen Küste liegt das Epizentrum des Bebens.
    Etwa 60 Kilometer nördlich der marrokanischen Küste liegt das Epizentrum des Bebens.

Madrid. Ein ungewöhnlich starkes Erdbeben hat die Mittelmeerküsten im Norden Marokkos und im Süden Spaniens erschüttert. In der spanischen Exklave Melilla an der Nordküste Afrikas wurden bei dem Beben der Stärke 6,3 am Montag mindestens 26 Menschen leicht verletzt. An mehreren Gebäuden entstanden erhebliche Schäden.

Auf dem spanischen Festland rissen die Erdstöße kurz vor Morgengrauen zahllose Menschen in Málaga und in den Urlaubergebieten an der Costa del Sol aus dem Schlaf. Nach Angaben der Regionalregierung von Andalusien wurde dort jedoch niemand verletzt. In Marokko berichtete die staatliche Nachrichtenagentur MAP unter Berufung auf die Lokalbehörden, dass im betroffenen Gebiet um die Stadt Nador im Norden des Landes keine Verletzten und keine Gebäudeschäden registriert worden seien.

Wie das spanische Nationale Geografie-Institut (IGN) in Madrid mitteilte, hatte das Beben sein Zentrum im Mittelmeer, etwa 100 Kilometer nördlich von Melilla. Es folgte eine Serie von Nachbeben, von denen eines die Stärke 5,3 erreichte. Die Beben ereigneten sich in etwa zehn Kilometer Tiefe.

Die Verletzten in Melilla wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde wegen Prellungen oder Schnittwunden behandelt. Einige litten auch unter Angstzuständen, wie die Behörde mitteilten. Niemand sei schwer verletzt worden. In der zu Spanien gehörenden Nordafrika-Exklave stürzten von mehreren Gebäuden Steinbrocken und Fassadenteile herab. Das städtische Parlament musste geschlossen werden, da in dem Gebäude sich Risse aufgetan hatten. Die Behörden ordneten an, dass die Schulen am Montag geschlossen blieben. Es müsse zuerst geprüft werden, ob die Schulgebäude ernsthaft beschädigt worden seien.

Die Erdstöße waren auf dem spanischen Festland in weiten Teilen von Andalusien zu spüren. Dort wurden aber keine Verletzten und keine Gebäudeschäden registriert. „Unser Haus schwankte, als wären die Mauern so weich wie Butter“, berichtete eine Bewohnerin der Hafenstadt Málaga dem staatlichen Rundfunk RNE.

Erdbeben sind in dieser Region des westlichen Mittelmeers nicht selten. Beben mit einer Stärke von mehr als 6,0 sind dort allerdings ziemlich ungewöhnlich. Nach Angaben des IGN waren in diesem Gebiet zuletzt in den Jahren 1994 und 2004 Beben von einer Stärke von über 6,0 registriert worden. (dpa)