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Freitag, 28.12.2012

Entwertet die Geldschwemme unser Geld?

Dieses Jahr ist nicht nur Benzin teurer geworden. Finanzexperten gehen der Frage nach, ob eine große Inflation droht.

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Frankfurt am Main. Die Milliardenschwemme der Euro-Retter ist für Verbraucher schon lange nicht mehr greifbar. Viele fragen sich: Entwertet das billige Zentralbankgeld unser Geld? Energiepreise haben in diesem Jahr über Monate die Teuerung angeheizt. Gefühlt liegen die Preissteigerungen oft höher als das, was Statistiker errechnen. Hartnäckig hält sich die Angst vieler Deutscher vor einer gigantischen Geldentwertung infolge heiß laufender Notenpressen.

Der Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagt, dass er „mittelfristig drei bis vier Prozent“ jährliche Inflation für wahrscheinlich hält – auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) knapp zwei Prozent verspreche. Krämer sagt, die Inflation werde in Deutschland höher ausfallen als in den Krisenländern. „Häufig werden die Zinsen nicht die Inflation ausgleichen. Die Sparer haben dann das Nachsehen.“ Fakt ist: Dass die EZB den Leitzins im Euroraum auf das Rekordtief von 0,75 Prozent senkte und die Banken mit billigem Geld vollpumpte, drückte die Renditen für Sparer. Fakt ist aber auch: Trotz der Geldschwemme hält sich die Inflation bislang im Rahmen. Im November ließ die Teuerung in Deutschland sogar leicht nach, auf 1,9 Prozent Preiserhöhung im Jahresvergleich für einen typischen Warenkorb samt Butter und Miete.

EZB-Präsident Mario Draghi dürfte sich durch solche Daten bestätigt sehen. Der Italiener sagte: „Wegen der insgesamt schwachen Konjunktur und des langsamen Geldmengenwachstums bestehen mittelfristig derzeit nur sehr geringe Inflationsrisiken.“ Daran ändere auch die EZB-Krisenpolitik nichts. „Für jeden Euro, den wir zuführen, schöpfen wir auch wieder einen Euro ab“, verspricht Draghi.

Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain stimmte die Europäer wegen der Kosten für die Rettung der Gemeinschaftswährung auf höhere Inflation ein: „Das ist ein Preis, den wir für Europa werden zahlen müssen.“ Sein Vorgänger Josef Ackermann widersprach wenig später: „Die Inflationsproblematik, die viele so hochstilisieren, ist so nicht gegeben.“ In den nächsten Jahren sehe er keine Inflationsgefahren. Die EZB wisse, dass sie bei besserer Konjunktur die Liquidität wieder abschöpfen müsse. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Blaues Wunder

    Die letzten 1-2 Jahre sind bei der Jahresabrechnung für Heizung und Wasser in der Gesamtsumme keine Steigerungen mehr erfolgt. Für 2012 gibt es sogar etwas Geld zurück. Dank den milden Wintern. Für 2012/2012 sieht es bisher auch nicht schlecht aus.

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