Donnerstag, 15.11.2012

Endspurt – in einer Woche ist die B6 in Bautzen wieder frei

Wenn alles glatt läuft, rollt ab Dienstag der Verkehr zwischen Stiebitz und Schliebenkreuzung. Noch ist aber viel zu tun.

Von Christoph Scharf

Feinarbeiten an der B6: Straßenbauer der Firma Bistra-Bau bereiten die Dresdner Straße oberhalb des Westtangenten-Tunnels für die Verkehrsfreigabe vor. Dienstag soll es so weit sein. Foto: SZ/Uwe Soeder
Feinarbeiten an der B6: Straßenbauer der Firma Bistra-Bau bereiten die Dresdner Straße oberhalb des Westtangenten-Tunnels für die Verkehrsfreigabe vor. Dienstag soll es so weit sein. Foto: SZ/Uwe Soeder

Großandrang auf der Baustelle: Auf der Dresdner Straße sind derzeit zahlreiche Bauarbeiter im Einsatz. Sie asphaltieren, schaufeln, messen – damit in wenigen Tagen die B6 oberhalb der Tunnelbaustelle für die Westtangente wieder freigegeben werden kann. Dienstagnachmittag steht die Abnahme der Strecke durch die Verkehrsbehörden an. „Wenn dabei alle zufrieden sind, können wir die Straße sofort im Anschluss aufmachen“, sagt Christoph Becker von der Projektgesellschaft Deges. – Dann kann endlich der Verkehr von Bautzen Richtung Göda und Bischofswerda wieder ohne Umleitung rollen. Diesen Moment sehnen Anwohner, Geschäftsleute und Pendler schon seit Monaten herbei.

Bis es so weit ist, bleibt aber noch eine Menge zu tun – auch wenn die Fahrbahn so gut wie fertig aussieht, nachdem die großen Walzen abgerückt sind. Derzeit stellen die Arbeiter die Einfahrten zu den angrenzenden Grundstücken her, füllen die letzten Baugruben mit Erde, legen die Randstreifen mit Feinsand an. Wenn die letzten Fugen geschlossen sind, geht es an die Markierungsarbeiten. Allerdings kommt erst mal eine provisorische Markierung über den Winter drauf, erst nächstes Jahr folgen die endgültigen weißen Streifen.

Bis zur Verkehrsfreigabe muss die Straße aber noch neu beschildert werden – und zwar nicht nur die Baustelle selbst, sondern die gesamte Strecke zwischen dem Kreisverkehr in Stiebitz und der Schliebenkreuzung. Dort muss zudem die Ampelanlage neu programmiert werden. Sie war während der mehrmonatigen Sperrung der Dresdner Straße anders eingestellt worden, damit der Umleitungsverkehr schneller abfließen kann.

B96 vor Winter wieder offen

Die zweite große Engstelle durch den Bau der Westtangente ist die Neusalzaer Straße: Auf der B96 müssen Autofahrer noch immer lange an der roten Ampel warten, weil an einer Engstelle der Verkehr nur einspurig vor beikommt. Auch an dieser Stelle sollen die Arbeiten so weit vorankommen, dass über den Winter die Straße wieder ohne Einschränkungen zu befahren ist. Ein Termin ist allerdings nicht zu nennen –es hängt davon ab, wie sich das Wetter in den nächsten Tagen entwickelt. „Es sieht aber so aus, dass die Kreuzung noch komplett fertig wird“, sagt Christoph Becker. Ein unerwarteter Leitungsfund hatte dort zuletzt noch für Verzögerungen beim Bau gesorgt.

Noch bis in den Dezember hinein wird planmäßig am Tunnel der Westtangente gebaut, wo noch einige Stützwände betoniert werden. Der eigentliche Innenausbau folgt erst nächstes Jahr. Bis zum Winter dagegen muss der aufgeschüttete Damm der Westtangente zwischen der neu gebauten Spreebrücke und der Eisenbahn-Unterführung fertig werden. Nur so kann sich das Erdreich so weit setzen, dass 2013 die Fahrbahn oben drauf angelegt werden kann, ohne dass später Risse drohen. Läuft alles planmäßig, geht die rund 30Millionen Euro teure Westtangente Ende 2013 als Ganzes in Betrieb. Dann können Fahrzeuge aus Richtung Autobahn-Auffahrt Bautzen-West auf die B96 ins Oberland fahren, ohne quer durch die Innenstadt zu müssen.