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Mittwoch, 27.09.2017

Endoskopie auf neuestem Stand

Das Klinikum investiert 850 000 Euro in die Abteilung. Vor allem die Hygiene ist verbessert worden.

Von Jens Hoyer

Das sieht aus wie eine Spülmaschine und ist im Grunde auch eine: Schwester Peggy Frost bestückt das neue Aufbereitungs- und Desinfektionsgerät mit einem Endoskop. Mit der neuen Technik kann das Klinikum die gestiegenen Anforderungen an die Hygiene erfüllen.
Das sieht aus wie eine Spülmaschine und ist im Grunde auch eine: Schwester Peggy Frost bestückt das neue Aufbereitungs- und Desinfektionsgerät mit einem Endoskop. Mit der neuen Technik kann das Klinikum die gestiegenen Anforderungen an die Hygiene erfüllen.

© Dietmar Thomas

Döbeln. Nein, so richtig sieht der Laie nicht, wo das viele Geld steckt. Nur der Fachmann würde in den Schränken mit Edelstahlgehäusen und den Geräten mit Monitoren die neueste Medizintechnik erkennen. Das Krankenhaus hat in den vergangenen Monaten rund 850 000 Euro in die Modernisierung seiner Endoskopieabteilung gesteckt. „Das wurde im laufenden Betrieb umgebaut und erneuert, wir konnten hier ja nicht ein halbes Jahr zumachen“, sagte Roland Pfützer, Chefarzt der Inneren Klinik. Aus diesem Grund seien die Zahl der untersuchten Patienten in diesem Jahr auch nicht, wie in den Jahren zuvor, weiter gestiegen.

Bei etwa 5 000 Menschen pro Jahr werden vor allem Magen- und Darmspiegelungen, aber auch Spiegelungen der Lunge und Endosonographien, also Ultraschalluntersuchungen aus dem Inneren des Körpers, durchgeführt. Künftig erfolgt das auf noch höherem technischen Niveau. Die neue Gerätegeneration für endoskopische Untersuchungen und Ultraschall liefert hochauflösende Bilder. „Das ist jetzt eine rein digitale Bildverarbeitungstechnik“, sagte Pfützer. Die Bilder werden digital gespeichert. Die Modernisierung sei auch die Grundlage für weitere Entwicklungen wie den „e-Arztbrief“, der nur noch rein elektronisch verschickt wird.

Für die endoskopischen Untersuchungen werden die Patienten meist sediert, sodass sie schlafen. „Nach einer Stunde sind die Patienten wieder fit und können nach Hause“, sagte Pfützer. Im neuen Aufwachraum können bis zu fünf Patienten gleichzeitig untergebracht werden – medizinisch überwacht und mit einem Patientenruf für den Notfall versehen. „Hier haben sie die Möglichkeit, sich mit einem gewissen Maß an Privatsphäre auszuruhen“, sagte Pfützer.

Die Innovation, auf die die Mitarbeiter besonders stolz sind, wird der Patient wahrscheinlich kaum zu Gesicht bekommen. „Die Waschanlage ist der spannendste Teil“, meint der Chefarzt. Dort werden die Endoskope, die in den Körper eingeführt werden, gereinigt und desinfiziert. „Seit 2012 sind die hygienischen Anforderungen gestiegen. Wir waren da in der Pflicht, am Ball zu bleiben“, sagt Pfützer.

Der neue Waschraum hat eine „Unrein-“ und eine „Reinseite“. Dazwischen steht das Aufbereitungs- und Desinfektionsgerät, eine Art hoch spezialisierte Spülmaschine, in der die Endoskope innen und außen gewaschen werden. Auf der Reinseite werden sie entnommen und in einen Trockenschrank gelegt, wo sie bis zu 30 Tage lang gelagert werden können. Alle Arbeitsschritte werden elektronisch protokolliert. „Es lässt sich nachvollziehen, wer das gewaschen hat“, so Pfützer.