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Donnerstag, 27.03.2014

Eklat im Landratsamt

Die Bürgerbewegung Pro Deutschland knallte dem Kreiswahlleiter Manfred Engelhard gestern einen toten Fisch auf den Tisch.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Meißen. Mit den Worten „Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken“ knallte Lars Seidensticker, Generalsekretär der Bürgerbewegung Pro Deutschland, Manfred Engelhard eine tote Forelle auf den Tisch. Der Vorfall ereignete sich im Landratsamt in einer öffentlichen Sitzung des Kreiswahlausschusses. Dessen Vorsitzender ist Kommunalamtsleiter Engelhard. Er gab gestern die Zulassungen der Parteien und Wählervereinigungen für die Kreistagswahl am 25. Mai bekannt.

Auch die Bürgerbewegung Pro Deutschland kandidiert in allen zwölf Wahlkreisen des Landkreises. Seidensticker, der neben weiteren Vertretern da war, unterbrach ungefragt die Sitzung und monierte lautstark, dass die Bürgerbewegung bei den nötigen Unterstützer-Unterschriften behindert worden wäre. Manfred Engelhard sagte gestern allerdings auf SZ-Nachfrage, dass die Vereinigung ihre 17 Unterschriften in allen Wahlkreisen geschafft habe und damit zugelassen wird. Allerdings gab es aus Coswig, Riesa und Radebeul Beschwerden, dass die Bürgerbewegung Menschen bedrängt hätte, in den Einwohnermeldeämtern eine Unterschrift für ihren Wahlvorschlag zu leisten. Einige Stadtverwaltungen sollen Hausverbote für die Mitglieder ausgesprochen haben.

Weil der Störenfried mit dem Fisch den Wahlausschuss beschimpfte, sollte er den Saal verlassen. Weil er dies nicht gleich tat, wurde die Polizei gerufen. „Ihm wird vermutlich Hausverbot erteilt“, so Engelhard.

Die Bürgerbewegung Pro Deutschland spricht sich gegen Zuwanderung aus und will vor allem den „abendländischen Charakter Deutschlands“ bewahren. Ihre Vertreter gelten als extreme Rechtspopulisten. Ihr sächsischer Spitzenkandidat ist der 47-jährige Mirko Schmidt. Er saß von 2004 bis 2005 für die NPD im sächsischen Landtag, bevor er aus Partei und Fraktion austrat und bis zum Ende der Legislaturperiode als fraktionsloser Abgeordneter agierte.