Dienstag, 04.12.2012

Eintritt ins Damastmuseum wird teurer

Touristen seien höhere Preise gewöhnt, heißt es im Ort. Ein neues Kombiticket soll den Besuch aber auch günstiger machen.

Von Gabriel Wandt

Auf diesem Archivbild aus dem Deutschen Damast- und Frottiermuseum in Großschönau ist Mitarbeiterin Gabriele Meirich an einem Schärgatter zu sehen. Wer sich ab 2013 in dem Museum umschauen will, muss mehr bezahlen. Foto: Matthias Weber
Auf diesem Archivbild aus dem Deutschen Damast- und Frottiermuseum in Großschönau ist Mitarbeiterin Gabriele Meirich an einem Schärgatter zu sehen. Wer sich ab 2013 in dem Museum umschauen will, muss mehr bezahlen. Foto: Matthias Weber

In Großschönau ist man sich einig: Was die Qualität der örtlichen Museen angeht, muss sich der Ort nicht verstecken. Und die neue Ausstellung im Naturparkhaus Waltersdorf unterstreicht dies noch einmal.

Nicht nur deswegen hat der Gemeinderat jetzt höhere Eintrittspreise für das Deutsche Damast- und Frottiermuseum und die Waltersdorfer Schau beschlossen. Denn die örtlichen Museen sind zwar anerkannt als Einrichtungen von überörtlicher Bedeutung und erhalten daher auch finanzielle Unterstützung über den sächsischen Kulturraum. Doch hier wird das Geld immer knapper, und nicht nur Großschönau muss sich überlegen, wie Kulturangebote künftig sicher finanziert werden können. In dem Gebirgsort hat man sich daher auf höhere Eintrittspreise verständigt.

3 Euro statt bislang 2,50 Euro müssen erwachsene Besucher künftig bezahlen, der Preis für die Familienkarte steigt von 6 auf 7 Euro. Die Eintrittspreise seien insgesamt auf einem niedrigen Niveau, erklärte Bürgermeister Frank Peuker vor den Gemeinderäten. Daher sei ein Anheben durchaus vertretbar. „Wir müssen uns nicht unter Wert verkaufen“, sagte er, und verwies zugleich auf eine Neuerung, die ebenfalls zum Jahreswechsel eingeführt wird: Ein Kombiticket.

Damit kann man für 6 Euro das Damast- und Frottiermuseum besuchen, das Völkerkunde- und Mühlenmuseum sowie die Ausstellung im Naturparkhaus. Das sei eine attraktive Alternative zu den Einzelpreisen, zeigte sich Peuker überzeugt. Auch im Gemeinderat überwog die Hoffnung, dass damit nicht nur die nötigen Einnahmen gesichert sein könnten, sondern die Urlauber auch motiviert würden, nicht nur eine, sondern mehrere Ausstellungen zu besuchen – und beim Souvenirkauf noch ein paar Euro zusätzlich im Ort zu lassen.

Professor Wolfgang Uhr, Ratsmitglied und Vorsitzender des Fördervereins vom Deutschen Damast- und Frottiermuseum, betonte ausdrücklich seine Zustimmung zu den neuen Preisen. Die Vorschläge seien im Vorstand des Vereins besprochen worden. „Wir stehen voll dazu“, erklärte er. Schließlich habe man im Ort mit dem Museum ein deutschlandweit einmaliges Angebot, und auch aus dem Gästebuch könne man herauslesen, welche beachtliche Ausstrahlung das Frottiermuseum besitze.

Kritik an der Preispolitik äußerte Rätin Jutta Stöcker. Sie warnte davor, dass mit steigenden Preisen Menschen vom Museumsbesuch ausgeschlossen würden, die stark auf ihr Geld achten müssten – und ausgegrenzt würden. Hier sieht Bürgermeister Peuker aber gerade im neuen Kombiticket ein faires Angebot für Menschen mit kleinem Geldbeutel, zumal das Ticket drei Monate lang gültig sein soll.

Nun soll noch geklärt werden, wo die neuen Eintrittskarten und speziell das Kombiticket erhältlich sein sollen. Natürlich wird es in den drei beteiligten Einrichtungen zu kaufen sein. Darüberhinaus ist aber auch im Gespräch, es an weiteren Orten, beispielsweise in Hotels und Pensionen, anzubieten. Das Ticket müsse es dort geben, wo die Gäste schlafen, sagte Gemeinderat Volker Hofmann.

Mit zwei Gegenstimmen hat der Rat die Preiserhöhung schließlich beschlossen. In Zukunft könnte übrigens auch das Motorrad-Veteranen- und Technikmuseum in den Geltungsbereich des Kombitickets einbezogen werden. Das soll aber erst geschehen, wenn es am neuen Standort angekommen ist und zudem eine sichere Betreibung gewährleistet ist.

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