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Donnerstag, 28.12.2017

Eintracht-Absage an AfD-Wähler

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Der Präsident des Sportvereins Eintracht Frankfurt, Peter Fischer.
Der Präsident des Sportvereins Eintracht Frankfurt, Peter Fischer.

© dpa

Frankfurt/Main. Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer will auf der Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligisten am 28. Januar gegen die AfD Stellung beziehen. „Es verträgt sich nicht mit unserer Satzung, AfD zu wählen“, sagte Fischer im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). „Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt.“

Er sei „nicht naiv und sich sicher“, dass es auch unter Eintracht-Mitgliedern AfD-Wähler gebe. „Aber ich werde sehr deutlich klarmachen, was wir davon halten und dass der Verein für andere Werte und Ziele steht“, sagte Fischer, der seit 2000 Präsident ist und erneut für das Spitzenamt kandidiert.

„Der Sport muss vielmehr auch ganz klar politisch sein und seine Stimme erheben gegen gesellschaftliche Fehlentwicklungen, wenn es angebracht und notwendig ist“, sagte er. Als Eintracht Frankfurt, als einer der größten und bedeutendsten Vereine in Deutschland, müsse man bereit sein, „klare Kante zu zeigen und Position zu beziehen“.

Die beiden Landessprecher der AfD Hessen, Robert Lambrou und Klaus Herrmann, kritisierten die Aussagen Fischers und wiesen seine Behauptung, es gebe in der AfD rassistische und menschenverachtende Tendenzen sowie Antisemitismus, zurück. „Wer wie Herr Fischer im Falle der AfD, einer demokratischen, durch Wahlen legitimierten Partei, angesichts der AfD-Wahlerfolge von „gesellschaftlichen Fehlentwicklungen“ spricht und in haltloser Art und Weise der AfD Antisemitismus unterstellt, begibt sich selber ins demokratische Abseits“, sagte Lambrou laut einer Mitteilung der AfD Hessen.

Beide AfD-Sprecher fordern Fischer auf, den Fußball und Eintracht Frankfurt als Sportverein nicht für seine eigenen politischen Ansichten zu instrumentalisieren. „Bei einer Mitgliedschaft sollte nicht die politische Überzeugung zählen, sondern die sportliche Ausrichtung“, meinte Herrmann. Zusammen mit Lambrou habe er „nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Äußerungen von Peter Fischer“ einen Mitgliedsantrag bei der Eintracht gestellt.

Auch die frühere CDU-Politikerin und bekennende AfD-Wählerin Erika Steinbach kritisierte Fischer. „Ihre Aussage ,wer die AfD wählt, kann bei uns kein Mitglied sein‘ ist ungeheuerlich“, schrieb sie in einem Offenen Brief an den Eintracht-Präsidenten. „Wollen Sie jetzt von jedem Ihrer Mitglieder eine eidesstattliche Versicherung verlangen, dass sie keine AfD-Wähler sind?“

Demokratie funktioniere anders. „Es wäre lohnenswerter, wenn Sie sich mehr um Ihre ziemlich radikalen Fans kümmern würden. Das ersparte unseren Ordnungshütern viel Arbeit“, meinte Steinbach. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Alex

    Offenbar erwartet Fischer, dass, wenn er sich gegen die AfD und für illegale Einwanderung ausspricht, im nächsten Jahr den Friedensnobelpreis zu bekommen. Ich frage mich allen Ernstes, wie dumm man sein muss, um Präsident eines Bundesligavereins sein zu können. Wobei, wenn ich mir den so ansehe........

  2. Mitglied Dynamo

    Bravo Herr Fischer. Der Sport und besonders der Fußball haben immer etwas Völkerverbindendes. Wer Völker gegeneinander aufhetzt, antisemitische Umtriebe billigt, Diktatoren huldigt, rassistische Gruppen, wie Identitäre und Pegida zu seinen außerparlamentarischen Sturmtruppen erklärt, sollte sich nicht wundern, wenn er Widerspruch und Ablehnung erntet. Und durch Wahlen kann man nicht demokratisch legitimiert werden, sondern nur durch seine Einstellung und Taten. Das sollte insbesondere in Deutschland klar sein. Unser Bundesverfassungspräsident sieht die AfD auch nicht auf dem Boden des Grundgesetzes. Und um keine Einseitigkeit aufkommen zu lassen, das gleich gilt für die Linke. Beide Ecken sind die Totengräber unserer Demokratie. Rechtzeitig dagegen mobil machen ist Fußballerpflicht.

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