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Sonntag, 26.11.2017

Einstand nach Maß

Erst schießt Neuzugang Tadas Kumeliauskas die Eislöwen in die Verlängerung. Dann trifft Alexander Höller zum Erfolg.

Von Maik Schwert

Heimdebüt beim Sachsenderby: Tadas Kumeliauskas (links) trägt entscheidend zum Heimsieg gegen Crimmitschau bei
Heimdebüt beim Sachsenderby: Tadas Kumeliauskas (links) trägt entscheidend zum Heimsieg gegen Crimmitschau bei

© Thomas Kretschel

Was für ein Einstand: Tadas Kumeliauskas spielt am Sonntagabend erstmals in Dresden für die Eislöwen – und dann gleich im Sachsenderby gegen die Eis-piraten Crimmitschau. Das geht gut los für seine Mannschaft. Dominik Grafenthin bringt sie in der 2. Minute mit 1:0 in Führung – ein Auftakt nach Maß. Die Dresdner bleiben am Drücker und erspielen sich Chancen im Minutentakt. Doch die nächsten beiden Tore fallen auf der anderen Seite. Erst gleicht Jordan Knackstedt aus (6.). Dann trifft Robbie Czarnik (14.). Plötzlich liegen die Eislöwen mit 1:2 hinten. So endet auch der Auftaktabschnitt.

Im Mitteldrittel nutzt Dresdens Topscorer Alexander Höller das einzige Powerplay seines Teams zum Ausgleich (24.). Die Antwort der Eispiraten lässt dieses Mal ein bisschen länger warten. Brock Maschmeyer gibt sie (36.) zum 2:3 aus Eislöwen-Sicht. Erneut gehen sie mit einem Rückstand in die Kabine. Wieder kommen die Dresdner kämpferisch heraus. Es dauert aber bis zur 59. Minute, bevor Kumeliauskas sie mit seinem Tor in die Overtime schießt. Da dauert es bloß 77 Sekunden, ehe Höller den Siegtreffer erzielt. Die meisten der 4 333 Zuschauer in der Energieverbundarena feiern, besonders Höller, Kumeliauskas und Steven Rupprich, den besten Eislöwen.

„Wir haben immer an uns geglaubt und uns Chancen erspielt, die wir nur früher hätten nutzen müssen, aber am Ende haben wir sie doch reingemacht“, betont Rupprich. Er gehört zu den harten Arbeitern in der Mannschaft und zieht die anderen mit. „Derbys gewinnen die Teams, die den Sieg mehr wollen.“ Diesmal sind das die Dresdner. „Es war ein niveauvolles Spiel zweier guter Mannschaften mit starken Torhütern.“ Dank dieses Erfolges fällt auch die Regeneration zwischen den Partien leichter. Schließlich gastieren die Eislöwen am Dienstag schon wieder in Kaufbeuren. „Mir sind Spiele lieber als Training.“ Die Stimmung sei gut, so dass sein Team auch Rückschläge besser wegsteckt. „Wir arbeiten alle immer besser zusammen und kämpfen uns als Mannschaft zurück.“

Trotzdem gibt es immer mal wieder einen Spieler, der den Unterschied ausmacht. Dieses Mal heißt er Höller. Er ist nicht nur der Mann der vielen, sondern auch für die wichtigen Tore. „Ich stand einfach an der richtigen Stelle“, erklärt der Siegtorschütze. „Mein Mitspieler musste mich nur noch finden und ich den Puck reinmachen.“ Er vergibt aber auch einige Chancen. „Wäre jeder Schuss drin, käme ich am Ende der Saison auf 100 Tore. Dagegen hätte ich zwar nichts, der gegnerische Torhüter aber schon.“ Viel wichtiger als sein Treffer sei ohnehin der von Kumeliauskas gewesen. „Er bringt sich gut ein, ist ein großer Junge mit einem langen Schläger“, meint Höller, der von einem schönen, spanenden Derby mit hohem Tempo spricht.

Für Kumeliauskas das richtige Level, um nach einer verletzungsbedingten Auszeit langsam wieder reinzukommen. „Ich wusste, dass das Duell ein besonderes ist“, sagt er. „Es ist ein großartiges Gefühl, in meinem ersten Heimspiel ein Tor geschossen zu haben.“ Der 1,90-Meter-Mann hat schon mal mit Litauen in Düsseldorf gastiert und kennt die deutschen Fans. „Vor so einer Kulisse habe ich aber noch nicht gespielt.“ Hinter ihm liegen aufregende Tage. Am Dienstag hat er das Angebot bekommen. Am Mittwoch ist der 26-Jährige nach Dresden geflogen. Am Donnerstag hat er erstmals mit den Eislöwen trainiert und am Freitag mit ihnen mit 4:1 in Bad Nauheim gewonnen. Sein Vertrag beinhaltet eine Probezeit von vier Partien. Mit seinem engagierten Auftritt gegen Crimmitschau bewirbt der Angreifer sich auf alle Fälle für eine Verlängerung bis zum Saisonende in der Deutschen Eishockey-Liga 2. „Sie hat für mich ein sehr gutes Niveau, und die Eis-löwen gehören zu ihren Topteams.“

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