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Einen Monat am Stück frei – so geht’s

23.09.2017

Wer seine Vollzeitstelle reduzieren will, kann dies unter Umständen so gestalten, dass er im Sommer einen Monat freinimmt. Weist der Arbeitgeber nicht nach, dass dies organisatorisch unmöglich ist, hat ein Mitarbeiter Anspruch darauf. So hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg einem Piloten einen freien Sommermonat zugebilligt.

Geklagt hatte ein 48-jähriger Pilot. Er war seit elf Jahren als Flugzeugführer beschäftigt, hat drei Kinder, seine Frau ist Lehrerin. Der Mann wollte nur noch in Teilzeit arbeiten – durch eine Freistellung für einen Monat ab 10. Juli jedes Kalenderjahres. Piloten könnten ihre Arbeitszeit durch ganze freie Tage auch im Block reduzieren, argumentierte er. Das Unternehmen lehnte dies ab: Im Sommer gingen zahlreiche Urlaubswünsche von Piloten ein, daher sei eine gleichmäßige Verteilung freier Tage wichtig.

Das Arbeitsgericht lehnte die Klage ab. In nächster Instanz war der Mann erfolgreich: Das Landesarbeitsgericht verurteilte die Airline, ihn jeweils ab 10. Juli des Jahres für einen Monat freizustellen. Die Reduzierung könne auch zu ganzen aufeinanderfolgenden Zeiträumen zusammengefasst werden. Im Fall des Piloten müsse man auch den Wunsch des Mannes berücksichtigen, im Sommer Zeit mit der Familie zu verbringen. Die Airline habe nicht darlegen können, dass dies nicht zu organisieren sei. Der pauschale Hinweis, dass dann Flüge auszufallen drohten, reiche nicht. (dpa)

Aktenzeichen: 5 Sa 1745/16