erweiterte Suche
Montag, 10.02.2014

Eine Legende kehrt zurück

Mario Kaulfers plant ein einmaliges Comeback der berühmten „Disko 84“ für eine Veranstaltung in Kaltwasser.

Von Rolf Ullmann

Bild 1 von 3

Mario Kaulfers zeigt eines der original erhalten gebliebenen Schilder der Disko 84 in Kaltwasser. Im Saal des Gebäudes hinter ihm wurde zwischen 1992 und 2001 an den Wochenenden getanzt und geflirtet. Nach seiner Zerstörung gegen Ende des Krieges wurde es mit viel Mühe wieder aufgebaut. In der DDR-Zeit diente es dann als Kulturhaus der Ortschaft Kaltwasser. Foto/Archivfotos: R. Ullmann
Mario Kaulfers zeigt eines der original erhalten gebliebenen Schilder der Disko 84 in Kaltwasser. Im Saal des Gebäudes hinter ihm wurde zwischen 1992 und 2001 an den Wochenenden getanzt und geflirtet. Nach seiner Zerstörung gegen Ende des Krieges wurde es mit viel Mühe wieder aufgebaut. In der DDR-Zeit diente es dann als Kulturhaus der Ortschaft Kaltwasser. Foto/Archivfotos: R. Ullmann
  • Mario Kaulfers zeigt eines der original erhalten gebliebenen Schilder der Disko 84 in Kaltwasser. Im Saal des Gebäudes hinter ihm wurde zwischen 1992 und 2001 an den Wochenenden getanzt und geflirtet. Nach seiner Zerstörung gegen Ende des Krieges wurde es mit viel Mühe wieder aufgebaut. In der DDR-Zeit diente es dann als Kulturhaus der Ortschaft Kaltwasser. Foto/Archivfotos: R. Ullmann
    Mario Kaulfers zeigt eines der original erhalten gebliebenen Schilder der Disko 84 in Kaltwasser. Im Saal des Gebäudes hinter ihm wurde zwischen 1992 und 2001 an den Wochenenden getanzt und geflirtet. Nach seiner Zerstörung gegen Ende des Krieges wurde es mit viel Mühe wieder aufgebaut. In der DDR-Zeit diente es dann als Kulturhaus der Ortschaft Kaltwasser. Foto/Archivfotos: R. Ullmann
  • Dieses Foto entstand im Saal der Disko 84, als hier am 20. Mai 1995 der dritte Jahrestag der Einweihung dieser populären Vergnügungsstätte gefeiert wurde.
    Dieses Foto entstand im Saal der Disko 84, als hier am 20. Mai 1995 der dritte Jahrestag der Einweihung dieser populären Vergnügungsstätte gefeiert wurde.
  • Mit diesem Riesentruck fuhr Mario Kaulfers durch mehrere osteuropäische Länder. Die längste Tour führte ihn über 6000 Kilometer quer durch Russland.
    Mit diesem Riesentruck fuhr Mario Kaulfers durch mehrere osteuropäische Länder. Die längste Tour führte ihn über 6 000 Kilometer quer durch Russland.

Mario Kaulfers ist drauf und dran, sich einen langgehegten Wunsch zu erfüllen. Am 30. Mai soll die ehemals weithin bekannte „Disko 84“ wieder aus der Versenkung kommen. Erst einmal nur für den einen Abend und dann in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend. Das dürfte in der Region für viel Aufmerksamkeit sorgen, denn die Disko 84 ist nicht irgendeine. Hier werden jene angesprochen, die schon früher hier gefeiert haben. Wenn die alle zusammenkommen, um die alten Zeiten aufleben zu lassen, dürfte das Projekt ein Riesenerfolg werden. Schließlich richtet sich die Aktion an die Hiergebliebenen, Rückkehrer und Kurzbesucher mit Heimatverbundenheit.

Gefeiert wird in einem großen Festzelt. Auf dem Parkplatz der ehemaligen „Disko 84“ am Kinderspielpark Kaltwasser bietet sein Leinwanddach dann allen, die ein Wiedersehen mit ihrer Diskothek von einst feiern wollen, guten Wetterschutz. Natürlich sind auch die jüngeren feierwilligen Gäste zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen, betont der Organisator. Er sagt auch: Leider kann das große Spektakel nicht im eigentlichen Gebäude der „Disko 84“ stattfinden. Seit 2011 hat die Baupolizei die Nutzung für Veranstaltungen untersagt. „Wir werden aber den Eingangsbereich öffnen und versuchen, diesen genau so einzurichten und zu beleuchten, wie dies früher der Fall war“, erzählt Mario Kaulfers.

Der Macher ist sich ganz sicher, dass bei vielen ehemaligen Besuchern der Disko ein kleiner Schauer der Erinnerung in Kaltwasser den Rücken hinablaufen wird. Denn viele spätere Paare haben sich hier bei den berühmten Independent-Partys kennengelernt – und sind dann als Ehepaare zum Tanz am Sonnabendabend hier eingekehrt. Ihr Nachwuchs vergnügte sich dann wenige Jahre später auf den nebenan gelegenen Spielgeräten des Kinderspielparkes. Denn beide Einrichtungen, die „Disko 84“ und der Kinderspielpark, hat Mario Kaulfers stets als eine Einheit betrachtet. Ein Großteil der Einnahmen der Diskothek ist nach und nach in den Aufbau der Spielgeräte geflossen. Über 30 Attraktionen sind unter seiner Regie noch vor der Jahrtausendwende im Spielpark errichtet worden. „Wenn ich an die Zeit von 1992 bis 2001 zurückdenke, waren diese zehn Jahre die bisher schönsten in meinem Leben“, sagt Mario Kaulfers. Als das Gebäude wegen Senkung des Dachstuhles gesperrt werden musste, war dies schlicht eine Katastrophe für ihn und seine treuen Mitstreiter. Viele von ihnen, wie zum Beispiel Hartmut Israel, hielten ihm in den zehn Jahren die Treue. Sie sorgten dafür, dass die „Disko 84“ zu einer der dienstältesten Vergnügungsstätte in Ostsachsen avancieren konnte.

Doch Mario Kaulfers steckte nach diesem Schicksalsschlag nicht den Kopf in den Sand. Unternehmungslustig und risikobereit ging er mit einem Riesentruck auf eine jahrelange Reise durch verschiedene osteuropäische Länder. An eine Tour, die ihn im Auftrag eines großen Büroausstatters quer durch Russland führte, denkt er bis heute ganz besonders zurück. „Ich bin damals über 6.000 Kilometer bis nach Wladiwostok gefahren. Zeitweise gehörten mit einer Kalaschnikow bewaffnete Männer zu meiner Begleitung“, erzählt er.

Auch heute setzt er sich immer noch gern hinter das Lenkrad eines amerikanischen Riesentrucks. Den können zum Beispiel die Gäste des Rothenburger Weihnachtsmarktes seit einigen Jahren immer wieder bewundern. Neben diesem amerikanischen Autoriesen legt Mario Kaulfers gemeinsam mit seiner Ehefrau Juliane Jahr für Jahr einige Tausend Kilometer mit einem kleinen Flitzer im Volkspolizei-Look zurück. Mit seiner „DDR-Comedy Show“ – und seiner „Ivan aus der GUS-Show“ – begeisterte er inzwischen Zuschauer zwischen Ostseestrand und Erzgebirge.

Auch wenn ihm das Reisen, das Unterwegs sein im Blut liegt, Kaltwasser liegt ihn am Herzen. Hierher ist er immer wieder gern zurückgekehrt. So manch schöne Urlaubstage hat er hier gemeinsam mit seiner Juliane verbracht. Nun ist er für ständig in seine Heimat zurückgekehrt. In Kaltwasser gestaltet er schrittweise sein künftiges Lebenszentrum. „In all den Jahren hat mich immer ein Gedanke verfolgt, die „Disko 84“ noch einmal auferstehen zu lassen und wenn es nur für eine einzige Veranstaltung ist“, erzählt Mario Kaulfers.

Viele Freunde und Bekannte ermunterten ihn. Zu ihnen gehört auch der Weißwasseraner Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, der als DJ einer Independent-Disco selbst hinter den Reglern steht. Er hat seine Teilnahme ebenso zugesagt wie Annett Weiß von den „Crazy Steppers“ aus Horka. Sie will jetzt Tänzerinnen von damals auf die Bühne holen.