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Freitag, 08.12.2017

Eine deutliche Botschaft mit Novum

Nach dem 3:2-Sieg über Meister Schwerin verkündet DSC-Trainer Waibl: „Wir sind da – und können es noch besser.“

Von Alexander Hiller

Eva Hodanova nimmt an, Katharina Schwabe (r.) steht bei – und Trainer Alexander Waibl (hinten) zweifelt noch.
Eva Hodanova nimmt an, Katharina Schwabe (r.) steht bei – und Trainer Alexander Waibl (hinten) zweifelt noch.

© Jürgen Lösel

Die Botschaft ist angekommen: „Wir spielen um die Meisterschaft mit. Ich sehe uns mit Schwerin und vielleicht noch Stuttgart als die Aspiranten auf den Titel. Wir sind da – und können es noch besser“, sagt Alexander Waibl. Der Cheftrainer der DSC-Volleyballerinnen kann das an diesem denkwürdigen Mittwochabend so selbstbewusst verkünden. Seine Mannschaft hatte gerade eben den bis dato noch ungeschlagenen amtierenden Champion aus Schwerin mit 3:2 niedergekämpft. In den sechs Bundesligapartien zuvor hatten die Mecklenburgerinnen gerade einmal einen Satz abgegeben.

Waibls DSC hat sich dabei nicht nur republikweit Respekt – 220 000 Zuschauer sahen in der Spitze auf Sport 1 zu – eingespielt, sondern wahrscheinlich noch für ein Novum in der Bundesliga gesorgt. Den zweiten Satz entscheiden die Gastgeberinnen mit 25:7 – in Worten: zu Sieben – für sich. Höher hat wohl noch nie ein amtierender deutscher Meister einen Durchgang in der Volleyball-Bundesliga verloren.

Anerkennung vom Gegner

„Wir hatten da so einen Flow, agierten so hochkonzentriert, dass wirklich jede Aktion geklappt hat“, erklärt Kapitän Katharina Schwabe den Zaubersatz. Allerdings nahm Gäste-Trainer Felix Koslowski bei dem aussichtslosen Rückstand nach und nach seinen Stammsechser vom Feld, um Kräfte zu sparen.

Dieser Plan ging nicht ganz auf. Der besten Schwerinerin Louisa Lippmann gingen im Tiebreak sichtbar die Körner aus. Trotz ihrer überragenden 28 Punkte unterliefen ihr in dieser Phase auch spielentscheidende Fehler. Nach der Partie der erbitterten Rivalen zeigte sich Koslowski als fairer Verlierer. „Wir haben nicht schlecht gespielt, aber der DSC hat insgesamt weniger Fehler gemacht und genau in den richtigen Momenten zugepackt. Dresden war heute besser“, sagte der Schweriner Coach. Möglicherweise war der Ausgang dieser Partie noch ein zusätzlicher Motivator für die weiteren Aufgaben und vor allem Ziele des Dresdner SC. „Für uns ist es sehr wichtig zu wissen, dass man diese Mannschaft auch schlagen kann“, betonte Katharina Schwabe. „Wir trainieren wirklich sehr viel und haben immer darauf gewartet, dass sich das irgendwann auszahlt. Wir haben uns für das belohnt, wofür wir täglich schwitzen“, sagte sie.

Und Waibl dürfte auch entdeckt haben, wie dem Schweriner SC beizukommen ist: mit variantenreicher Taktik. Dass der 49-Jährige überraschend die zuletzt wegen einer Handfraktur pausierende Serbin Ivana Mrdak von Anbeginn aufbot, sorgte beim Gegner sichtlich für Verwirrung. Die 1,94 Meter große Mittelblockerin sammelte insgesamt 18 Punkte, DSC-Tagesbestwert.

„Wir haben Leute draußen, die natürlich heiß darauf sind, auch zu spielen. Die machen einen guten Job, kommen rein und spielen frei auf“, bestätigte Schwabe den Eindruck, dass der fünffache deutsche Meister im Gegensatz zum amtierenden Titelträger offenbar die qualitativ bessere Bank besitzt. Wenngleich nicht alle Trümpfe von Waibl stachen. Die Amerikanerin Madison Bugg begann als Zuspielerin, wurde aber bereits zum Ende des ersten Satzes von Mareen Apitz ersetzt. Die 30-Jährige wurde von SSC-Coach Koslowski zum MVP des Siegers gewählt. „Wir können noch draufpacken. Ich denke, da ist noch viel Potenzial in der Mannschaft“, versichert Spielführerin Katharina Schwabe.

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