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Freitag, 12.01.2018

Ein Treffpunkt für Friedersdorf

Klingenbergs Gemeinderat hat die Arbeiten für die neue Dorfmitte vergeben. Die bekommt auch einen Spielplatz.

Von Anja Ehrhartsmann

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Im Zuge der Umgestaltung der Dorfmitte soll auch der Containerstellplatz an der Feuerwehr in Friedersdorf neu gemacht werden. Der multifunktionale Platz entsteht dahinter, auf der Wiese entlang der Straße „Zur alten Schule“.
Im Zuge der Umgestaltung der Dorfmitte soll auch der Containerstellplatz an der Feuerwehr in Friedersdorf neu gemacht werden. Der multifunktionale Platz entsteht dahinter, auf der Wiese entlang der Straße „Zur alten Schule“.

© Frank Baldauf

  • Im Zuge der Umgestaltung der Dorfmitte soll auch der Containerstellplatz an der Feuerwehr in Friedersdorf neu gemacht werden. Der multifunktionale Platz entsteht dahinter, auf der Wiese entlang der Straße „Zur alten Schule“.
    Im Zuge der Umgestaltung der Dorfmitte soll auch der Containerstellplatz an der Feuerwehr in Friedersdorf neu gemacht werden. Der multifunktionale Platz entsteht dahinter, auf der Wiese entlang der Straße „Zur alten Schule“.

Klingenberg. Auf einen Dorfplatz als zentralen Ort, an dem sich die Einwohner treffen, plaudern, feiern oder auch Kinder spielen können, warten die Friedersdorfer schon jahrelang. Nun endlich soll es Wirklichkeit werden. Der Gemeinderat Klingeberg hat auf seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend die Aufträge für die Bauleistungen und die Spielgeräte vergeben. Die Gemeinde rechnet für die multifunktionale Gestaltung der Dorfmitte samt Spielplatz mit Kosten von rund 59 000 Euro.

Warum hat es so lange gedauert?
Der Wunsch nach einem Spielplatz und Versammlungsort besteht in Friedersdorf bereits seit Längerem. Den Startschuss für das Unterfangen lieferte die 650-Jahrfeier des Ortes 2010. Ein selbst gedrehtes Video über den Ort und den Festumzug sollte Spenden einbringen – für eine bürgerfreundliche Dorfmitte. Es kamen 740 Euro zusammen, sagt Rainer Zocher aus Friedersdorf, der sich schon damals für das Projekt engagierte. Der damaligen Gemeinde Pretzschendorf, zu der Friedersdorf vor der Gemeindefusion gehörte, schwebte ein neuer Spielplatz vor. So wurde kurzerhand beides zusammengefasst, erinnert sich Rainer Zocher. Für das Vorhaben sollten Fördermittel beantragt werden. Jedoch lief 2012 die letzte Förderperiode aus.

Deshalb dauerte es einige Jahre, bis mit der neuen Förderperiode wieder Anträge beim EU-Programm Leader möglich wurden, erklärt Bürgermeister Torsten Schreckenbach auf SZ-Nachfrage. 2016 hat die Gemeinde Klingenberg dann die Fördergelder bei Leader beantragt, die 2017 bewilligt wurden. Spielgeräte samt Erdarbeiten wurden im September als eine Maßnahme ausgeschrieben. Das günstigste Angebot, das daraufhin bei der Verwaltung einging, lag allerdings bei rund 75 200 Euro. Inklusive der Baunebenkosten wären 82 000 Euro nötig gewesen, um den Dorfplatz samt Spielgeräten zu bauen. Die Verwaltung zog die Ausschreibung zurück.

Wie viel kostet der neue Platz?
Für die Gestaltung des Platzes sind im Haushalt 58 900 Euro eingeplant. Vom EU-Förderprogramm Leader bekommt die Gemeinde 35 330 Euro. Inklusive Baunebenkosten liegt das Ergebnis der erneuten Ausschreibung nun bei 48 000 Euro. „Wir haben die Maßnahmen separat ausgeschrieben und das hat Wirkung gezeigt“, sagte Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK) in der Ratssitzung.

Fünf Firmen hatten Angebote für die Bauleistungen abgegeben. Die Firma Uhlemann Freiraumgestaltung aus Dorfhain bekommt einstimmig den Zuschlag für 29 400 Euro. Was die Spielgeräte betrifft, gingen drei Angebote ein. Einstimmig vergaben die Räte den Auftrag an die Firma Spiel-Spaß-Freizeit aus Sayda für 12 400 Euro. „Obwohl wir die Geduld der Friedersdorfer strapaziert haben, war es die richtige Entscheidung, die Ausschreibung aufzuheben“, so Schreckenbach.

Was ist genau geplant?
Im Bereich der Feuerwehr soll das neue Ortszentrum dieses Frühjahr angelegt werden. Auf der Wiese zwischen dem Friedersdorfer Bach und der Straße „Zur alten Schule“ ist der multifunktionale Dorfplatz vorgesehen. Geplant ist ein Fußweg, der von der Straße zum Sandkasten mit Sitzgelegenheiten führt. Zum Spielen wird es auf dem Gelände verschiedene Geräte wie ein Spielpodest, eine Doppelschaukel, Tischtennisplatte und Wippe geben. Um den Platz auch für diverse Anlässe nutzen zu können, sind zum Beispiel eine Stellvorrichtung für den Maibaum und ein Elektroanschluss vorgesehen. Auch das Schaumodell des Turms der Schule, das für die 650-Jahrfeier gebaut wurde, soll dort Platz finden. Hinter den Sitzbänken am Sandkasten wird ein Gedenkstein an diejenigen erinnern, die für das Projekt gespendet haben, außerdem wird dort ein Baum gepflanzt. „Wir werden die 740 Euro mit einbringen und überlegen, zum Beispiel den Baum davon zu bezahlen“, sagt Rainer Zocher. Dass es nun endlich losgehen soll, freut den Diplom-Ingenieur im Ruhestand, auch wenn er es noch nicht so recht glauben kann.