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Freitag, 07.12.2012

Ein Toter nach Gasexplosion in Ingolstadt

In den Trümmern eines Einfamilienhauses im oberbayerischen Ingolstadt fanden die Retter am Freitag eine Leiche. In der Nacht gab es eine Explosion und das Haus ging in Flammen auf.

Von Diana Gäntzle

München "Es gibt noch keine Gewissheit, dass es sich dabei um den 46-jährigen Hausbewohner handelt", sagte ein Polizeisprecher auf dapd-Anfrage. Die männliche Leiche soll am Nachmittag obduziert werden. Das Haus war bei dem Unglück in der Nacht komplett zerstört worden. Auch benachbarte Gebäude wurden beschädigt.

Ein Nachbar hatte gegen 3.00 Uhr die Feuerwehr alarmiert, nachdem das Haus in Flammen aufgegangen war. Zudem habe es einen "fürchterlichen Knall" gegeben. Zwei Nachbarn mussten mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht werden. Ob der 46 Jahre alte Bewohner zum Unglückszeitpunkt im Haus gewesen war, war zunächst unklar. Die sonst ebenfalls in dem Haus wohnende 81-jährige Mutter des Mannes befindet sich nach Polizeiangaben derzeit in einem Pflegeheim.

Toter samt Badewanne geborgen

Die Einsatzkräfte begannen nach Polizeiangaben am Morgen, unter anderem mithilfe eines Baggers die Trümmer des ausgebrannten und teilweise eingestürzten Gebäudes abzutragen und nach Überlebenden zu suchen. Da die Reste des Hauses stark einsturzgefährdet sind, gingen Feuerwehr und THW sehr vorsichtig vor. Am Vormittag kam die Polizei schließlich «dem Hausinneren etwas näher», wie ein Sprecher sagte. Ein Hubschrauber verschaffte sich von oben Einblick in das Gebäude und entdeckte die Leiche im ersten Stock. Sie lag in einer Badewanne und musste samt Wanne mit einer Art Gabelstapler geborgen werden.

Das Feuer in den Gebäuderesten war am Morgen unter Kontrolle gebracht worden, dennoch flammten immer wieder kleine Brandherde auf. Bis die Gasversorgung des Hauses abgestellt werden konnte, bestand zudem Explosionsgefahr. Sicherheitshalber waren den Angaben zufolge fast 80 Rettungskräfte unter anderem vom Bayerischen Roten Kreuz an den weiträumig abgesperrten Unglücksort gekommen. Außerdem waren zwischen 30 und 40 Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfsdienst im Einsatz, dazu Beamte der Polizei.

Gasleitung war "in Ordnung"

An den umliegenden Gebäuden seien "teilweise durchaus beachtliche Schäden" entstanden, sagte der Sprecher der Stadt, Gerd Treffer. "Es geht nicht bloß um geborstene Fensterscheiben." Ingolstadts Bürgermeister Albert Wittmann (CSU) sicherte den Anwohnern Unterstützung zu. Die Stadt richtete eine Anlaufstelle für Betroffene ein und will unter anderem klären, ob die Schäden von Versicherungen abgedeckt sind.

Von der Gasleitung keine Gefahr für die Nachbarn aus, betonte Treffer. Stadtverwaltung und Stadtwerke seien sofort an den Unglücksort gekommen. "Die Gasleitung war neu und relativ in Ordnung." Die Ursache für die Explosion habe vermutlich in dem zerstörten Haus gelegen und nicht in der Leitung. (dapd)